Facebook-Börsengang Mark Zuckerberg kommerzialisiert die Freundschaft

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will Menschen verbinden. Doch das allein ist kein Geschäftsmodell. Deswegen erfüllt er Firmen ihren größten Wunsch: Sie können gezielt werben und verdienen so an 900 Millionen „Freunden“.
Update: 08.05.2012 - 10:36 Uhr 11 Kommentare
Unternehmen wünschen sich Zuspruch auf Facebook. Viele zahlen für Werbung bei dem sozialen Netzwerk. Sie soll „glaubwürdiger“ sein als gewöhnliche. Quelle: dapd

Unternehmen wünschen sich Zuspruch auf Facebook. Viele zahlen für Werbung bei dem sozialen Netzwerk. Sie soll „glaubwürdiger“ sein als gewöhnliche.

(Foto: dapd)

San FranciscoUnternehmen nutzen immer häufiger die sozialen Kontakte der Facebook-Mitglieder für gezielte Werbung. Zum Jahresende wird bereits die Hälfte des Anzeigevolumens auf Facebook einer Studie zufolge auf sogenannte "Social Ads" entfallen. Dabei erhält ein Nutzer eine Anzeige, weil ein Produkt von einem seiner Kontakte empfohlen oder gekauft wurde.

Der Online-Marketing-Dienstleister Marin Software aus San Francisco hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 250 Milliarden Werbeaufrufe auf Facebook ausgewertet und dabei einen klaren Trend festgestellt: In diesem Zeitraum ist der Anteil von Social Ads schon von drei auf 26 Prozent gesprungen. Und nach Marins Hochrechnungen werden sie am Jahresende gut 50 Prozent des Werbebudgets auf Facebook ausmachen. Werbung ist für Facebook die Haupteinnahmequelle. 2011 entfielen vom Gesamtumsatz von 3,7 Milliarden Euro rund 3,15 Milliarden Dollar auf Werbung.

Bei einer typischen Social Ad bekommt der Facebook-Nutzer in seinem Nachrichtenfeld beispielsweise eine gesponserte Meldung eingeschoben à la "XY hat die neuen Laufschuhe von AB gekauft" - und kann direkt auf die Facebook-Seite des entsprechenden Unternehmens klicken. Die Bereitschaft der Facebook-Mitglieder, auf solche Werbung zu reagieren, ist der Untersuchung zufolge wesentlich größer als bei herkömmlichen Anzeigen. Die "Click-Through-Rate", die angibt, wie oft Anzeigen angeklickt werden, stieg um 50 Prozent.

"Mit der Einführung der gesponserten Meldungen tauchten zwei Fragen auf: Werden die Werbekunden diese Anzeigenform annehmen und kann sie signifikante Umsätze erzielen", sagt der Vizepräsident Marketing bei Marin, Matt Lawson. "Die Antwort lautet beide Male 'Ja'."

Social Ads sind ein klarer Pluspunkt
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11 Kommentare zu "Facebook-Börsengang: Mark Zuckerberg kommerzialisiert die Freundschaft"

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  • Zustimm! Der große Hype ist vorbei!

  • Ich habe alle Bekannten augemistet, die Facebook nutzen. Man wird ja unabsichtlich selbst hineingezogen - Email Adressen, Fotos - die Gesichtserkennung laeuft.

    Fuer mich sind die Facebook-Nutzer einfach dumme Selbstdarsteller ohne richtige soziale Kontakte. Aber die Welt ist voller Schwachkoepfe, was ja alle Kriege zeigen. ICH marschiere aber nicht mit. Lasst denen Stalingrad finden ;-)

  • "Der Online-Marketing-Dienstleister Marin Software aus San Francisco hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 250 Milliarden Werbeaufrufe auf Facebook ausgewertet..."

    Kann mir jemand sagen wie man an diese Daten heran kommt? Werden diese Daten von fb zur Verfügung gestellt? Für jeden zugänglich? Die Welt glaubt einfach an diese Zahlen! Wer hinterfragt? Gerade kurz vor dem fb-Börsengang!

  • ...exakt! Ich glaube, dass diese ganze Hype sehr bald durch einen neuen Mainstream-Trend abgelöst wird: Wird alles wieder individueller, ausgeflippter? Bunte und selbstgemachte Klamotten, etwas Hippie, etwas Smartphone, aber kein Apple. In jedem Trend wird der neue Gegentrend entwickelt. Ich kann das schon ganz gut an dem Teil meiner Freunde erkennen, die immer irgendwie modern wirken wollen. Die Apples verschwinden inzwischen deutlich schneller wieder in der Tasche, so als wirkten sie leicht peinlich.

    Ich bin total gespannt darauf, wie der Kontratrend zu diesem Hype aussehen wird. Soziale Netzwerke sind nur ein Trend und ob Facebook in einen neuen Trend mitgehen kann, halte ich für sehr zweifelhaft. Dafür ist das Produkt "Soziales Netzwerk" einfach zu sehr im Medium Internet gefangen.

    Aus einem Buch kann man eben kein Fahrrad machen. Ich halte Facebook deshalb für einen Übernahmekandidat.

  • Es wird so kommen, wie es immer kam - irgendwann ist man als User satt - man nimmt die Werbung garnicht mehr wahr - womit sie ihren Wert verliert - der Stern beginnt zu sinken. Wer sein Geld verbrennen will soll investieren, den die Blase ist programmiert - klar,wer daran verdient hat wird still schweigen - und auch wie immer nachher sagen,das man es vorhersehen konnte. Man hat einen Kopf, ihn zu gebrauchen wird das Beste sein.

  • Ich habe noch nie erlebt, dass einer meiner Freunde exakt das gleiche Fahrrad/Fernseher/was-auch-immer gekauft hat, nur weil ich es kaufte. Im Gegenteil. Klar interessiert es sie, was ich kaufe, aber nur aus reiner Neugier, was ich mir jetzt schon wieder anschaffte und nicht aus Interesse am Produkt. Steigende CTR hin oder her, CTR ist nicht gleich Conversion.

  • Mir geht es langsam auf die Nerven, ständig die Namen der Firmen Apple und Facebook zu hören. Beide Unternehmen sind laut und sie verkaufen ihre Selbstdarstellung.

    Es mag ja sein, dass beide Unternehmen einen Haufen Geld verdienen, aber ich glaube auch, dass es sehr bald vielen Menschen so gehen wird, dass sie diese Unternehmen einfach nur als aufdringliche Klinkenputzer empfinden. Etwas mehr Zurückhaltung stünde diesen Unternehmen gut zu Gesicht.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass der IPO von Facebook bald vorbei ist und das auch bald die letzten willigen Menschen sich "sozial" bei Facebook vernetzen.

    Der IPO von Facebook wirkt hektisch. Der Kauf von Instagram passt doch überhaupt nicht in den Zeitablauf der Roadshow des IPO. Plant bei Facebook überhaupt jemand die Abläufe oder kauft der Vorstand unabgesprochen Unternehmen auf, während die Investoren die Roadshow des IPO machen?

    Dieser IPO ist alles andere als sexy. Der IPO wirkt wie ein hektisches Kassemachen der Investoren - was ja auch bei den letzten Quartalszahlen auch kein Wunder ist. Mit Instagram wird die Bilanz noch zusätzlich verwässert und die Renditeaussichten sind für Instagram noch fraglicher als bei Facebook.

    Kann es vielleicht sein, dass Zuckerberg im Streit mit seinen Investoren liegt?

  • Mit der Aussage wäre ich ein bisschen vorsichtig! Solange es nur weiterhin Millionen von Usern gibt, ist die ganze Community für Unternehmen als Werbeplattform nicht zu ersetzen. Dazu können sie noch jede Menge Daten erhalten, die für gezielte Werbung prädestiniert sind. Und für einen Grossteil der User von Facebook ist diese Plattform einfach unersetzlich als Kommunikationsmittel geworden. Ich vermute, dass eher Twitter den Weg alles Irdischen gehen wird, weil die Möglichkeiten doch eher eingeschränkt sind. Xing hat einen anderen hintergrund und ist nur bedingt vergleichbar, hat aber für mich auch eine erfolgreiche Zukunft.

  • Ich frage mich nur, da sind alle immens vorsichtig über Datenschutz usw. Reklamieren sonst gegen alles. Aber hier gibt man alles.
    Sollte in der Geschichte nicht schon ähnliches vorgekommen sein wo man jemandem hinten nach gelaufen ist zu letzt im stechschritt. Das ganze könnte auch noch von einem andern "Verein" inziniert sein. Seit dass ich weiss das verschiedene Film Schauspieler sich dort Outen Danke ich nicht. Das ist mir zu Sektenhaft

  • Alle Beteiligten an Facebook werden reich. Nur die Anleger, die jetzt Schlange stehen um ein paar Aktien über die Neuemmission zu ergattern, werden unendlich verlieren. Der Hype wird versiegen, und das schneller als gedacht. Facebook lebt davon, das sich Millionen Selbstdarsteller im Internet präsentieren und freiwillig jegliche demokratischen Grundsätze über Bord werfen. Sobald die Selbstdarstellung keinen Spass mehr macht, und eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, melde ich mich bei facebook ab. Anders als Xing, welches ein "echtes" business Netwerk darstellt und mithin einen echten Mehrwert für den User hat, ist facebook lediglich "just for fun". Was soll an diesem Konzept zukunftstragend sein?

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