Facebook-Deal mit Sony

Mark Zuckerbergs Musikantenstadl

Facebook-Chef Mark Zuckerberg startet mit ambitionierten Vorsätzen ins neue Jahr: 2018 soll bei dem sozialen Netzwerk alles anders werden. Helfen könnte dabei ein neuer Deal mit der Musikindustrie.
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Facebook-Deal mit Sony: Warum Mark Zuckerberg auf Musik setzt Quelle: AP
Beyoncé

Facebook hat einen Musikvertrag mit Sony abgeschlossen, bei dem unter anderem die Sängerin unter Vertrag steht.

(Foto: AP)

DüsseldorfKurz vor Ende des vergangenen Jahres konnten Facebook-Nutzer noch einmal 2017 Revue passieren lassen – fein säuberlich inszeniert vom größten sozialen Netzwerk der Welt. Der Jahresrückblick von Chef Mark Zuckerberg dürfte indes nicht so heiter gewesen sein: Fake News, Propaganda und Hass bestimmten die Meldungen über die Plattform, die sich gerne selbst als Verteidiger und Befähiger der internationalen Meinungsfreiheit inszeniert. Zuckerberg selbst kündigte dann auch in seinem obligatorischen Neujahrs-Posting an, die Plattform in diesem Jahr „reparieren“ zu wollen. Nun wird klar, wie das aussehen könnte: mit Musik.

Die lindert bekanntlich nicht nur Sorgen, sondern soll auch Nutzer wieder langfristig an das Netzwerk binden. Damit die ihre veröffentlichten Beiträge mit aktuellen Charterfolgen unterlegen können, hatte Facebook zuletzt einen Deal mit Universal Music ausgehandelt. Das Label hat zum Beispiel Helene Fischer, die Rolling Stones oder Lady Gaga unter Vertrag.

Nun legt Facebook nach: Laut Medienberichten hat der Konzern einen Deal mit Sony ausgehandelt. Mit Warner und Universal gehört das Unternehmen zu den drei weltweit größten Labels, im Portfolio sind Künstler wie Beyoncé oder der verstorbene Michael Jackson. Das Ziel dahinter ist klar: Nutzer sollen wieder mehr Inhalte auf der Plattform hochladen und damit mehr Inhalte für potenzielle Werbekunden generieren. Damit setzt Facebook nicht nur Google-Tochter Youtube unter Druck, sondern kämpft auch für die eigene Relevanz.

Knapp vor einem Jahr ging eine Meldung durch Branchendienste, die hellhörig machte: Mit Tamara Hrivnak holte Facebook eine erfahrene Managerin aus dem Bereich Musikwirtschaft an Bord. Hrivnak war zuvor Chefin der Musikpartnerschaften bei Youtube und Google Play, zuvor bei Warner Music, die noch als Facebook-Partner ausstehen. Die Juristin gilt laut „Bloomberg“ als Veteran der Musikindustrie – und hat sich in Lizenzverhandlungen einen Namen gemacht. Eine Tatsache, die ihr nun bei Facebook weitergeholfen haben dürfte.

Denn bevor Meldungen über den Sony-Deal die Runde machten, hatte das soziale Netzwerk bereits eine Partnerschaft mit Universal abgeschlossen. Nutzer können nun Songs von Künstlern, die bei dem Label unter Vertrag stehen, für die Anreicherung ihrer Beiträge verwenden. Vorher war das gar nicht so einfach: Die Verwendung eines Songs für das Hochzeitsvideo oder Urlaubsschnappschüsse war nicht nur rechtlich problematisch. Häufig musste der Plattformbetreiber einschreiten und Videos entfernen, weil es gegen entsprechende Rechte verstieß. Facebook schafft mit den Deals Rechtssicherheit – und versucht sich damit weiter als Youtube-Alternative zu etablieren. Der neue Deal mit Sony dürfte Youtube empfindlich treffen.

Die Lizenzdeals gelten dabei nicht nur für die Mutterplattform Facebook, sondern auch für die Töchter, also die rasant wachsende Fotoplattform Instagram und den Virtual-Reality-Anbieter Oculus. Für Facebook selbst bedeuten die Deals mit der Musikindustrie vor allem eins: mehr Inhalte. Das könnte für das Unternehmen gleich mehrere Probleme lösen.

Die Nutzungsintensität nimmt ab
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