_

Facebook: Der Wahnsinn kehrt zurück

Mondpreise an der Wall Street: Goldman Sachs beteiligt sich an der Internetfirma Facebook des 26-jährigen Mark Zuckerberg. Damit bewertet die Investmentbank das Kontaktnetz mit 50 Milliarden Dollar - mehr als so mancher Großkonzern, der das zigfache umsetzt.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sein Netzwerk zum weltweiten Marktführer gemacht. Quelle: dpa
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sein Netzwerk zum weltweiten Marktführer gemacht. Quelle: dpa

NEW YORK/DÜSSELDORF. Der Chef des Internet-Kontaktportals Facebook, Mark Zuckerberg, wirbt bei jeder Gelegenheit für mehr Offenheit: "Die Menschen teilen ihre Informationen immer schneller und offener. Das ist die neue soziale Norm."

Anzeige

Nur wenn es um die Zahlen seiner Firma geht, gibt sich Zuckerberg verschlossen. Bis heute hat das Unternehmen keine belastbaren Zahlen über Umsatz, Gewinn oder Cash-Flow vorgelegt. Einen Börsengang, der für mehr Transparenz sorgen würde, lehnte Zuckerberg bisher kategorisch ab.

Die Intransparenz schadet ihm offenbar nicht: 500 Millionen Dollar zahlen die Investmentbank Goldman Sachs und der russische Investor Digital Sky Technologies für ein einziges Prozent an Facebook. Damit verdoppelt Zuckerberg sein rechnerisches Vermögen auf knapp 14 Milliarden Dollar. Das Portal, dessen Gründer und oberster Stratege gerade einmal 26 Jahre alt ist, ist auf dem Papier inzwischen 50 Milliarden Dollar wert - mehr als zum Beispiel die Deutsche Bank.

Doch es gibt einen riesigen Unterschied: Anders als bei börsennotierten Firmen unterliegen die internen Zahlen, die Facebook immerhin seinen Investoren vorlegt, nicht der strengen Aufsicht der Behörden. Die Öffentlichkeit ist auf Schätzungen angewiesen: Bis zu zwei Milliarden US-Dollar Umsatz soll Facebook 2010 gemacht haben, dabei knapp profitabel sein. Die Verschwiegenheit will Zuckerberg weiter durchhalten - und dabei hilft ihm ausgerechnet Goldman Sachs. Eine US-Börsenregel schreibt vor, dass Firmen mit mehr als 499 Investoren ihre Bilanzen offenlegen müssen. Goldman holt jetzt offenbar Investoren an Bord, die die Bank in einem Spezialfonds bündelt. So kann Zuckerberg die Schwelle von 500 Anteilseignern überschreiten, ohne Zahlen vorlegen zu müssen.

Die Investoren sind auch so scharf auf alles, was nach einem guten Geschäft im Internet aussieht. Derzeit werden schon wieder Mondpreise gezahlt. Der Kurznachrichtendienst Twitter und der Internetladen Groupon sind 2010 drastisch im Wert gestiegen. Twitter ist mit 3,7 Milliarden Dollar mehr als viermal so hoch bewertet wie vor einem Jahr; Groupon hat Berichten zufolge zuletzt ein Übernahmeangebot über sechs Milliarden Dollar von Google abgelehnt. Was da passiert, sind Wetten auf intransparente Firmen.

  • 04.01.2011, 18:38 UhrAnonymer Benutzer: heinrich

    Das sind die Auswüchse der heutigen Spaßgesellschaft. Spaß dominiert, Substanz ist unwichtig. Daß banken sich daran beteiligen, zeigt doch, daß Geldverdienen heute alles ist, auch wenn die Reputation dabei baden geht. Der Gelackmeierte wird selbstverständlich wieder der bürger sein.

  • 04.01.2011, 13:38 UhrAnonymer Benutzer: goldbärchen

    Die Goldmänner haben mal wieder einen coolen Deal abgeschlossen, von dem die tumben Durchschnittsdeutschen mal lernen können, wie man in großem Stil mit Geld umgeht. Sie investieren 450 Mill. Dollar mit der Absicherung auf Rückzahlung plus Zinsen, falls der Deal crasched, und verdienen zunächst an der Ausgabe von Fondsanteilen (Stichwort 5% Ausgabeaufschlag) und im zweiten Schritt nochmal am geplanten börsengang. GENiAL !

  • 04.01.2011, 13:20 UhrAnonymer Benutzer: nastyxx

    Völlig irre. Aber warum "zum Leid Vieler ...."? Niemand wird gezwungen seinen Menschenverstand auszuschalten und in derartige Systeme zu investieren. Das Problem ist z.Zt. nur, das immer noch sehr viel Geld herumliegt das investiert werden muss. Egal ob nicht gebrauchte büroimmobilien oder zweifelhafte Socialnetzwerke...ich brauche Facebook nicht.

  • Die aktuellen Top-Themen
Intercontinental Hotels Group: „Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

„Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

Intercontinental Hotels Group will in Deutschland expandieren und die Branchenspitze erklimmen. Erstmals gibt der Weltmarktführer Einzelheiten des geplanten Projekts bekannt.

Schließungen drohen: Europas Raffinerien unter Druck

Europas Raffinerien unter Druck

Jede fünfte Raffinerie in Europa und den USA ist in den nächsten Jahren von der Schließung bedroht, so eine Studie der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney. Die gesamte Branche sei in einem Wandlungsprozess.

Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.