Facebook – ein großer Plan
Eine Plattform für alle Lebenslagen

Facebook hat mehr als 1,5 Milliarden Nutzer und arbeitet daran, sie enger an sich zu binden. Immer neue Dienste für alle möglichen Situationen sollen sie länger auf der Plattform des weltgrößten Online-Netzwerks halten.

BerlinFacebook stellte in diesem Jahr neue Rekorde auf, deren Dimension nur schwer zu fassen ist: 1,5 Milliarden Nutzer weltweit, eine Milliarde täglich. Doch für das weltgrößte Online-Netzwerk ist das alles andere als genug. Gründer Mark Zuckerberg macht verstärkt Druck, Milliarden Menschen mehr in Entwicklungsländern ins Netz – und gleichzeitig zu Facebook – zu bringen. Und zugleich sollen Facebook und seine Dienste zu einer Plattform werden, die man immer seltener verlassen muss, egal, was man im Netz vorhat.

So wird der Facebook Messenger mit zuletzt mehr als 700 Millionen Nutzern zu einer Art Schweizer Taschenmesser unter den Kurzmitteilungsdiensten entwickelt. Zuletzt wurde vorerst in den USA ein Knopf für den direkten Zugriff auf Fahrdienste wie Uber eingefügt. Zuvor baute Facebook eine Funktion zum Bezahlen und dem Überweisen kleiner Geldbeträge an Freunde sowie einen Videochat ein und startete das ambitionierte Projekt eines persönlichen Assistenten direkt im Messenger.

„M“ soll den Nutzern bei allen möglichen Alltags-Problemen helfen: Einen Tisch im Restaurant reservieren, ein Geschenk für den Partner aussuchen, ein Reiseziel fürs Wochenende auswählen und gleich buchen. „Er kann Dinge, die niemand sonst kann“, prahlte Messenger-Chef David Marcus bei der Vorstellung im August mit Blick auf andere digitale Assistenten wie Apples Siri oder Microsofts Cortana. Denn neben Algorithmen setzt Facebook bei „M“ auch auf menschliche Helfer, die dafür sorgen sollen, dass jede Anfrage erfüllt wird.

Außerdem will Facebook der Google-Tochter YouTube mit mehr Videos Konkurrenz machen, experimentiert mit integrierten Mini-Onlineshops in seiner Mobil-App, hat mehr als 400 Millionen Nutzer beim Foto-Dienst Instagram, lässt Live-Videos streamen und will mit „Instant Articles“ zu einer Plattform für Artikel klassischer Medien werden.

Die Inhalte werden dabei bei Facebook gespeichert, damit es keine Wartezeiten gibt. Die „Washington Post“, die inzwischen Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, kündigte bereits an, alle ihre Artikel werden zu Facebook kommen. Andere Medien waren nicht so begeistert und Facebook musste jüngst die Konditionen bei der Werbung nachbessern.

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