Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Bücherwurm für zwölf Monate

Der Neujahrsvorsatz von Mark Zuckerberg lautet: Bücher lesen. Damit seine Aufgabe aber nicht nur im stillen Kämmerchen, sondern auch auf Facebook stattfindet, hat sich der Gründer des Netzwerks schon etwas ausgedacht.
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DüsseldorfAusgerechnet, könnte man schreiben. Ausgerechnet Mark Zuckerberg, Gründer des sozialen Netzwerks Facebook, Revolutionär der Kommunikation, Vernetzer der Welt, hat sich für das neue Jahr etwas vorgenommen, das gewöhnlich offline stattfindet: Bücher lesen.

Doch so „ausgerechnet“, wie diese Nachricht auch klingen mag, ist sie dann doch nicht. Denn der Vorsatz stammt erstens nicht von Zuckerberg selbst und wird zweitens auch in seinem sozialen Netzwerk das ganze Jahr über zu verfolgen sein.

Dazu muss man wissen, dass der 30-Jährige schon viele, viele gute Vorsätze hatte: Mandarin lernen; jeden Tag eine neue Person kennenlernen, die nicht bei Facebook arbeitet; Vegetarier werden; jeden Tag eine Krawatte tragen. In diesem Jahr teilte er seinen Neujahrsvorsatz nicht nur öffentlich mit, er band gleichzeitig auch Facebook ein: Statt sich ganz privat eine Aufgabe für die nächsten zwölf Monate vorzunehmen – abnehmen, Job wechseln, mehr Sport treiben –, befragte Zuckerberg 2014 die Nutzer des sozialen Netzwerks.

Ende des vergangenen Jahres bat Zuckerberg um Vorschläge für gute Vorsätze. Das Ergebnis: ein Jahr lang jede Woche ein Buch lesen. Damit die Lektüre jedoch nicht ganz privat – und auch auf Facebook – stattfindet, hat Zuckerberg einen digitalen Buchclub in seinem sozialen Netzwerk gegründet. Auf der Seite „A Year Of Books“ (deutsch: Ein Jahr der Bücher) will der Milliardär nun alle sieben Tage das Buch vorstellen, das er in der darauf folgenden Woche zu lesen gedenkt. Schon am Montagmorgen, nicht mal 48 Stunden nach Start der Seite, hatte die Community bereits mehr als 120.000 Fans.

Auf seinem eigenen Profil schreibt Zuckerberg, er wolle seinen Lernschwerpunkt auf „verschiedene Kulturen, Glaubensrichtungen, Geschichten und Technologien“ legen. Er sei „aufgeregt“ gegenüber der bevorstehenden Aufgabe. „Ich finde das Lesen von Büchern intellektuell sehr erfüllend“, schreibt Zuckerberg weiter. Er freue sich darauf, seine „Mediendiät“ mehr in Richtung des Bücherlesens zu verschieben. Ob er die Werke auf einem Tablet oder auf Papier liest, ließ der Facebook-Gründer offen.

Das erste Buch, dem Zuckerberg sich annehmen will, soll jedenfalls „The End Of Power“ von Moises Niam sein. In dem Buch geht es darum, wie sich die Macht verschiebt, etwa von Präsidentenpalasten hin zu öffentlichen Plätzen, vom Westen nach Norden, von Männern zu Frauen – und von riesigen Konzernen hin zu kleinen Start-ups.

Warum Zuckerberg ausgerechnet dieses Buch ausgewählt hat, mag da kaum noch verwundern.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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