Facebook-Gründer scheitert an Telefonaufsicht
Zuckerberg verliert seinen Kampf in Indien

Mark Zuckerberg wollte Millionen Indern einen eingeschränkten Internetzugang ermöglichen. Jetzt hat die indische Telefonaufsicht seinen Plan durchkreuzt. Eine Entscheidung mit globaler Tragweite, hoffen seine Kritiker.

BangkokDie Facebook-Gegner feiern: „Wir haben den Krieg gewonnen“, twittert einer von ihnen. Ein anderer schreibt. „Es ist ein kleiner Schlag für Facebook, aber ein großer Sieg für Indien.“ Und der bekannte indische Start-up-Investor Mahesh Murthy zeigt sich besonders schadenfreudig: „400 Millionen Rupien hat Zuckerberg ausgegeben. Und hat es die Telefonaufsichtsbehörde beeinflusst?“ Er verweist nur auf die Uhrzeit, als die Behörde ihre Entscheidung öffentlich machte: „15.30 Uhr“.

Um 15.30 Uhr indischer Zeit beerdigten die Beamten der Telefonaufsichtsbehörde die Facebook-App Free Basics in ihrer jetzigen Form in Indien: Gratis-Internetangebote seien unzulässig, wenn sie nur einen eingeschränkten Internetzugang gewähren würden, teilten sie mit.

Es ist ein schwerer Schlag für Mark Zuckerberg, der mit seiner App Hunderten Millionen Indern genau das angeboten hat. Seine Kritiker triumphieren. Sie vermuten, dass Zuckerberg mit der App ohnehin nur den freien Wettbewerb ausschalten und Millionen Menschen in sein soziales Netzwerk locken will. Jetzt wollen sie, dass Regulierer in anderen Ländern nachziehen.

Mit Free Basics können Nutzer zwar kostenlos ins Internet, aber dort nur auf von Facebook ausgewählten Seiten surfen. Rund hundert Websites waren in Indien ansteuerbar, darunter beispielsweise die BBC oder Wikipedia. Auch auf Facebook konnten sie natürlich zugreifen. Die Angebote des Suchmaschinenbetreibers Google konnten Free-Basics-Nutzer dagegen nicht nutzen.

Wie Facebook nun reagieren wird, ließ das Unternehmen zunächst offen. „Unser Ziel ist es, mit Free Basics mehr mehr Menschen mit einer offenen, nicht exklusiven und freien Plattform online zu bringen“, teilte der Konzern mit. „Wir sind zwar von der Entscheidung enttäuscht, aber wir werden uns weiter anstrengen, Barrieren einzureißen und Menschen den Weg zum Internet und seinen Möglichkeiten zu ebnen.“ Netzaktivisten haben auch eine Idee, wie das geschehen könnte: Wenn Zuckerberg wirklich allen Menschen das Internet zur Verfügung stellen will, dann sollte er den Armen beispielsweise ein begrenztes Datenvolumen zur Verfügung stellen. Dieses könnten sie dann ganz nach ihren Bedürfnissen verbrauchen.

Doch Zuckerberg lehnte das bisher stets ab.

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Zuckerberg verliert seinen Kampf in Indien

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„Entscheidung wird in der ganzen Welt Folgen haben“

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