Facebook in Europa: Werbeeinnahmen sollen künftig in Großbritannien versteuert werden

Facebook in Europa
Werbeeinnahmen sollen künftig in Großbritannien versteuert werden

Google, Apple, Starbucks: Viele US-Großkonzerne versuchen, hohe Steuern in Europa mit Tricks zu umgehen. Nun will Facebook offenbar mehr Steuern zahlen – und seine Werbeeinnahmen künftig in Großbritannien anmelden.

LondonFacebook wird voraussichtlich künftig mehr Steuern in Großbritannien zahlen. Ab April würden die Werbeeinnahmen nicht mehr in Irland, sondern in Großbritannien verbucht, der Gewinn werde daher im Vereinigten Königreich versteuert, teilte Facebook am Freitag mit. Genaue Zahlen werden erst 2017 bekannt sein.

Laut Facebook sind von den neuen Regeln „große britische Kunden“ betroffen – was mit den Einnahmen aus der Online-Werbung kleinerer Kunden passiert, dazu äußerte sich das soziale Netzwerk nicht.

Bislang werden alle Einnahmen in der Facebook-Zentrale im irischen Dublin verbucht; in Irland zahlt das Unternehmen auch Steuern. Der dortige Unternehmenssteuersatz von 12,5 Prozent zählt zu den geringsten in Europa. In Großbritannien liegt er bei 20 Prozent.

Laut dem Sender BBC sind die Supermarktketten Tesco und Sainsbury’s, der Konsumgüterkonzern Unilever und die Werbeagentur WPP die größten Kunden von Facebook in Großbritannien. Im Königreich wie auch in anderen europäischen Ländern und in den USA ist die Empörung über die Steuervermeidungsstrategien multinationaler Konzerne groß. Facebook zahlte in Großbritannien für das Steuerjahr 2014 exakt 4327 Pfund (5572 Euro) Unternehmenssteuer.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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