Facebook
Millionenstrafe wegen Datenmissbrauchs

Gleich zwei Hiobsbotschaften für Facebook: Wegen des Missbrauchs von Nutzerdaten wurde das Netzwerk zu einer Millionenstrafe verurteilt - gleichzeitig kündigt Technikchef Taylor seinen Rücktritt an.
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New YorkZur Beilegung eines Rechtsstreits mit US-Internetnutzern über den Missbrauch von Nutzerdaten zahlt das Online-Netzwerk Facebook zehn Millionen Dollar (rund 7,9 Millionen Euro). Wie aus am Samstag veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervorgeht, stimmten beide Seiten einer Zahlung dieses Betrages zu. Die Nutzer hatten im März 2011 vor einem Gericht im kalifornischen San José Klage eingereicht. Sie warfen Facebook vor, ohne ihre Zustimmung Fotos und "Gefällt-mir"-Hinweise für Werbezwecke im Zuge sogenannter "Sponsored Stories" missbraucht zu haben.

Das Verfahren war in den USA als Sammelklage angelegt, der sich zahlreiche Mitglieder hätten anschließen können. Das Geld soll laut dem Vermittler an Organisationen gezahlt werden, die "den Zielen der Kläger verbunden sind". Facebook ist immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, die Privatsphäre seiner weltweit rund 900 Millionen Nutzer zu verletzen. Im Mai hatte das soziale Netzwerk einen der größten Börsengänge aller Zeiten hingelegt. Der Gang aufs Parkett war von großen Erwartungen begleitet worden, doch war der Aktienkurs an den drei ersten Handelstagen um fast ein Fünftel eingebrochen.

Faceboook verliert kurz nach dem verpatzten Börsengang den Technik-Chef Bret Taylor. Er wolle ein neues eigenes Unternehmen gründen, schrieb Taylor am Wochenende in seinem Facebook-Profil. Worum es dabei geht, eröffnete er noch nicht. Taylor wurde Facebooks Technik-Chef, nachdem das weltgrößte Online-Netzwerk 2009 sein damaliges Unternehmen FriendFeed gekauft hatte.

Für ein Internet-Unternehmen wie Facebook ist es eine Schlüsselposition. Zuletzt überwachte Taylor jüngst vorgestellte Projekte wie Facebooks eigene App-Plattform oder die vertiefte Einbindung in Apples nächstes iPhone- und iPad-Betriebssystem iOS 6. Außerdem müht sich das Online-Netzwerk nach wie vor, eine effiziente Lösung für Werbung auf mobilen Geräten zu finden.

Dass knapp 500 Millionen Facebook-Nutzer auf Tablets und Smartphones keine Werbung angezeigt bekommen, ist einer der Gründe für die rasante Talfahrt der Aktie. Nach den jüngsten Ankündigungen löste sie sich von ihren Tiefständen bei 25 Dollar und und schloss am Freitag bei 30,01 Dollar. Das ist immer noch deutlich unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar beim Börsengang Mitte Mai.

Taylor war einst Google-Mitarbeiter und verließ den Internet-Konzern nach dem Börsengang von 2004 für eigene Projekte. Er habe Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg schon immer gesagt, dass er schließlich wieder ein eigenes Startup-Unternehmen machen wolle, erklärte Taylor dem Blog „All Things D“. Jetzt, nach dem Börsengang und der Ankündigung mehrerer Projekt sei ein günstiger Zeitpunkt dafür gewesen.
Netzwerk soll Daten von US-Nutzern für Werbung missbraucht haben.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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