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Facebook: Millionenstrafe wegen Datenmissbrauchs

Gleich zwei Hiobsbotschaften für Facebook: Wegen des Missbrauchs von Nutzerdaten wurde das Netzwerk zu einer Millionenstrafe verurteilt - gleichzeitig kündigt Technikchef Taylor seinen Rücktritt an.

Facebook muss gleich zwei schlechte Nachrichten verkraften. Quelle: dapd
Facebook muss gleich zwei schlechte Nachrichten verkraften. Quelle: dapd

New YorkZur Beilegung eines Rechtsstreits mit US-Internetnutzern über den Missbrauch von Nutzerdaten zahlt das Online-Netzwerk Facebook zehn Millionen Dollar (rund 7,9 Millionen Euro). Wie aus am Samstag veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervorgeht, stimmten beide Seiten einer Zahlung dieses Betrages zu. Die Nutzer hatten im März 2011 vor einem Gericht im kalifornischen San José Klage eingereicht. Sie warfen Facebook vor, ohne ihre Zustimmung Fotos und "Gefällt-mir"-Hinweise für Werbezwecke im Zuge sogenannter "Sponsored Stories" missbraucht zu haben.

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Das Verfahren war in den USA als Sammelklage angelegt, der sich zahlreiche Mitglieder hätten anschließen können. Das Geld soll laut dem Vermittler an Organisationen gezahlt werden, die "den Zielen der Kläger verbunden sind". Facebook ist immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, die Privatsphäre seiner weltweit rund 900 Millionen Nutzer zu verletzen. Im Mai hatte das soziale Netzwerk einen der größten Börsengänge aller Zeiten hingelegt. Der Gang aufs Parkett war von großen Erwartungen begleitet worden, doch war der Aktienkurs an den drei ersten Handelstagen um fast ein Fünftel eingebrochen.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

  • Warren Buffett

    Warren Buffett (Star-Investor)

    „Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

  • Michael Pachter

    Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

    „Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

  • Phillip Goldberg

    Phillip Goldberg (Investor)

    "Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

    Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

  • Mary Schapiro

    Mary Schapiro (SEC-Chefin)

    „Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

  • Robert Greifeld

    Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

    „Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

  • Jim Cramer

    Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

    „Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

  • Henry Blodget

    Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

    “Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

  • David Rolfe

    David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

    „Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

  • Simon Lee

    Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

    „Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

  • Yves Maillot

    Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

    „Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

  • Tom Taulli

    Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

    „Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

  • John Scandalios

    John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

    „Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

  • Nick Einhorn

    Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

    "Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

  • Larry Page

    Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

    „Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

    In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Faceboook verliert kurz nach dem verpatzten Börsengang den Technik-Chef Bret Taylor. Er wolle ein neues eigenes Unternehmen gründen, schrieb Taylor am Wochenende in seinem Facebook-Profil. Worum es dabei geht, eröffnete er noch nicht. Taylor wurde Facebooks Technik-Chef, nachdem das weltgrößte Online-Netzwerk 2009 sein damaliges Unternehmen FriendFeed gekauft hatte.

Für ein Internet-Unternehmen wie Facebook ist es eine Schlüsselposition. Zuletzt überwachte Taylor jüngst vorgestellte Projekte wie Facebooks eigene App-Plattform oder die vertiefte Einbindung in Apples nächstes iPhone- und iPad-Betriebssystem iOS 6. Außerdem müht sich das Online-Netzwerk nach wie vor, eine effiziente Lösung für Werbung auf mobilen Geräten zu finden.

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Dass knapp 500 Millionen Facebook-Nutzer auf Tablets und Smartphones keine Werbung angezeigt bekommen, ist einer der Gründe für die rasante Talfahrt der Aktie. Nach den jüngsten Ankündigungen löste sie sich von ihren Tiefständen bei 25 Dollar und und schloss am Freitag bei 30,01 Dollar. Das ist immer noch deutlich unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar beim Börsengang Mitte Mai.

Taylor war einst Google-Mitarbeiter und verließ den Internet-Konzern nach dem Börsengang von 2004 für eigene Projekte. Er habe Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg schon immer gesagt, dass er schließlich wieder ein eigenes Startup-Unternehmen machen wolle, erklärte Taylor dem Blog „All Things D“. Jetzt, nach dem Börsengang und der Ankündigung mehrerer Projekt sei ein günstiger Zeitpunkt dafür gewesen.
Netzwerk soll Daten von US-Nutzern für Werbung missbraucht haben.

Facebook


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