Facebook-Nutzerdaten
Irland ordnet Ermittlungen wegen Datentransfer an

Facebook und Google sammeln Nutzerdaten aus aller Welt. Ein österreichischer Student hatte dagegen geklagt. Nach einem EuGH-Urteil muss die irische Datenschutzbehörde nun gegen den Internet-Riesen Facebook ermitteln.

DublinNach dem EuGH-Urteil zur Übermittlung von Daten in die USA hat das oberste irische Gericht Ermittlungen wegen der Geschäftspraktiken bei Facebook angeordnet. Dazu sei die Aufsichtsbehörde verpflichtet, nachdem der Europäische Gerichtshof in einer Grundsatzentscheidung Anfang Oktober der Weitergabe von personenbezogenen Daten Grenzen gesetzt habe, teilte der irische High Court am Dienstag mit.

Die irische Datenschutzbehörde hatte Ermittlungen zunächst abgelehnt. Der Rechtsanwalt von Facebook kündigte eine „konstruktive Mitarbeit“ bei den Untersuchungen an. Facebook hat seine Europa-Zentrale in Irland.

Deshalb hatte ein österreichischer Student vor einem irischen Gericht gegen das Sammeln seiner Daten durch das soziale Netzwerk geklagt, nachdem 2013 die Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über die Internet-Spähaktionen der NSA ans Licht gekommen waren. Das oberste EU-Gericht erklärte nun vor zwei Wochen das „Safe Harbour“-Abkommen zwischen den USA und EU zum Austausch von persönlichen Daten für ungültig.

Das Geschäftsmodell von Internetunternehmen wie Facebook und auch Google basiert darauf, Nutzerdaten aus aller Welt in Rechenzentren – häufig in den USA – zu speichern. Dort werden Konsumgewohnheiten analysiert, um gezielt Werbung einzublenden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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