Facebook reicht angeblich Klage ein
Studi VZ weist Kopier-Vorwürfe zurück

Das Online-Netzwerk Studi VZ hat den Vorwurf zurückgewiesen, bei Facebook abgekupfert zu haben. Eigentlich habe der amerikanische Konkurrent ein ganz anderes Problem, hieß es.

HB BERLIN. Wie die „Financial Times“ am Wochenende berichtete, wirft Facebook der deutschen Plattform in einer Klage vor, das Erscheinungsbild des Netzwerks sowie Funktionen und Dienste kopiert zu haben. Die Klage liege Studi VZ bislang nicht vor, sagte Sprecher Dirk Hensen am Montag. Die in Medienberichten genannten Vorwürfe seien allerdings „haltlos“, hieß es in einer ersten Stellungnahme. Wie das Handelsblatt gehört auch Studi VZ zur Holtzbrinck-Gruppe.

„Nachdem es Facebook trotz aufwendiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von Studi VZ gerichtlich zu behindert“, sagte der Chef von Studi VZ, Marcus Riecke. Das Netzwerk habe vorsorglich am Freitag Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Auf diesem Wege will Studi VZ deutsche Gerichte feststellen lassen, dass die erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend seien.

Dem Bericht der „Financial Times“ zufolge hat Facebook eine 116-seitige Klageschrift bei einem US-Bezirksgericht in San Jose (Kalifornien) eingereicht. Darin heiße es, dass „ein großer Teil des Erfolgs“ von Studi VZ „dem Kopieren und dem Missbrauch von Facebooks geistigem Eigentum geschuldet“ sei. Zudem werde dem Online-Netzwerk vorgeworfen, es habe sich unrechtmäßig Daten über Facebooks Computersysteme und Netze verschafft. Facebook verlange Schadenersatz, schreibt die Zeitung.

Facebook will seine Reichweite in Europa stark ausbauen. Die ist Plattform seit März neben Englisch auch auf Spanisch und Deutsch verfügbar. Im Mai zählte Facebook weltweit 65 Mill. aktive Nutzer. In Deutschland kam die Plattform im ersten Quartal auf rund 1,2 Mill. Besucher gegenüber sechs Mill. Nutzern bei Studi VZ. Studi VZ wurde 2005, rund eineinhalb Jahre nach Facebook, als Studentenprojekt gestartet und war später von der Holtzbrinck-Gruppe gekauft worden.

Facebook gilt wegen des potenziellen Werbemarktes auf den Netzwerk-Seiten als sehr aussichtsreich. Microsoft hatte sich eine Beteiligung von 1,6 Prozent an Facebook 240 Mill. Dollar kosten lassen.

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