Fachkräftemangel befürchtet
IT-Branche erwartet weiteren Aufwärtstrend

Die deutsche Informations- und Telekommunikations-Branche rechnet im kommenden Jahr erneut mit steigenden Umsätzen und Gewinnen.

HB BERLIN. „Die Unternehmen stehen vor einem guten vierten Quartal und einem starken Weihnachtsgeschäft“, sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold, am Dienstag. Software und Hardware liefen gut. Insgesamt rechne die Branche für 2005 weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 2,6 Prozent. 2006 sollen es 2,4 Prozent werden. Dies sei doppelt so viel wie das Wachstum der Gesamtwirtschaft in Deutschland. „Wir sind optimistisch für kommendes Jahr“, sagte der Verbandschef. Damit werde die Branche einen Umsatz von mehr als 137 Mrd. Euro erzielen.

„70 Prozent der Unternehmen gehen zudem von steigenden Gewinnen aus“, berichtete Berchtold aus einer Befragung von Unternehmen. Die Branche profitiere weiter von Ausgliederungen der IT-Abteilungen aus Firmen, wenn es auch die großen Projekte nicht mehr gebe. Probleme erwüchsen der Branche vor allem durch den drohenden Mangel an Fachkräften. Im laufenden Jahr werde die Branche trotz des guten Geschäftsverlaufs statt der geplanten 10 000 nur 4000 Mitarbeiter einstellen. Im nächsten Jahr würden ebenfalls Mitarbeiter eingestellt. 36 Prozent der Firmen hätten dies in diesem Jahr getan, nur ein Viertel der Unternehmen hätten Stellen abgebaut.

Eine Gefahr sei der zu erwartende Mangel an Fachkräften: „Die Zahl der Studienanfänger geht dramatisch zurück“, klagte Berchtold. „Ab 2008 kann der Bedarf nicht mehr gedeckt werden.“ Bitkom hat nach eigenen Angaben rund 750 Mitgliedsunternehmen, die rund 700 000 Mitarbeiter beschäftigen.

Der Bitkom-Präsident nannte das Regierungsprogramm der großen Koalition insgesamt hoffnungsvoll, übte aber an der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte auf 19 Prozent ab 2007 Kritik. Die Unternehmen könnten dies wegen des scharfen Wettbewerbs kaum an die Kunden weitergeben, was sich auch auf die Gewinne auswirken werde.

Mit Sorge betrachte Bitkom zudem die EU-Pläne zur längeren Speicherung von Telekommunikationsdaten zu Fahndungszwecken. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder verlangte eine Pflicht zur Kostenerstattung in allen EU-Staaten, um eine Wettbewerbsverzerrung zu verhindern. Nach den Plänen der EU ist dies den Ländern freigestellt. Deutschland will die Kosten aber nicht tragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%