Das bisherige Wachstum des Konzerns, der 2004 aus der Fusion von Springer mit in den Niederlanden beheimateten Kluwer Academic Publishers hervorgegangen ist, reicht offenbar aber noch nicht aus, um das Unternehmen an die Börse zu bringen. Springer schiebt die Börsenpläne nun auf die lange Bank. „Es gibt noch keine Pläne für einen Börsengang“, sagte Haank gestern. Zuletzt gab es Irritationen, um der Fachverlag nicht bereits im nächsten Jahr einen IPO wagt. Colin Buffin, Geschäftsführer des Springer-Großaktionärs Candover sagte: „Ein IPO ist der wahrscheinlichste Ausstiegsweg." Das Private-Equity-Haus hat zusammen mit dem Finanzinvestor Cinven vor zweieinhalb Jahren den Konzern für 1,05 Mrd. Euro von Bertelsmann übernommen. Im Gütersloher gibt es Stimmen, die den Verkaufs des Fachverlags bedauern. „Angesichts der Rendite war die Veräußerung von Bertelsmann-Springer ein strategischer Fehler“, sagte ein Insider. Bertelsmann-Chef Gunter Thielen verkaufte die Verlagsgruppe damals, um Schulden zu senken.
Globale Geschäfte
Imperium: Springer Business + Science beschäftigt 5 000 Mitarbeiter in 70 Verlagen in 19 Ländern. Das Unternehmen verlegt 1 450 Zeitschriften (Ärzte Zeitung, Bauwelt, Platow Brief) und jährlich 5 000 neue Bücher. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind Medizin, Wirtschaft, Technik, Architektur, Bau und Verkehr.
Historie: Das Unternehmen zählt zu den ältesten Verlagen der Welt. Der wissenschaftliche Springer-Verlag wurde 1842 in Berlin gegründet. 1999 übernahm Bertelsmann die Mehrheit. Europas größter Medienkonzern verkaufte Springer vor zwei Jahren an Cinven und Candover. Die Finanzinvestoren halten jeweils 45 Prozent der Anteile. Zehn Prozent besitzt das Management.

