FAZ: Rückzieher von Motorola
Kein Käufer für Siemens-Handysparte in Sicht

Siemens-Chef Kleinfeld will das stark defizitäre Handy-Geschäft ausgliedern und verkaufen. Die Frage ist nur: Wer greift zu? Der Verkauf der Sparte an Motorola ist offenbar gescheitert. Und andere Käufer sind Kreisen zufolge nicht in Sicht - auch wenn die Münchener betonen, weiter in Gesprächen zu sein.

HB FRANKFURT. Die Verträge für einen vollständigen Verkauf an Motorola seien unterschriftsreif gewesen und sollten schon am Montag vergangener Woche unterzeichnet werden, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Mittwoch unter Berufung auf Unternehmenskreise. Motorola habe aber überraschend einen Rückzieher gemacht, man "sei nicht länger interessiert". Gründe dafür seien zunächst nicht genannt worden. Der Aufsichtsrat von Siemens sollte ursprünglich am Tag darauf über den Verkauf entscheiden, doch Motorola sei in dem Kontrollgremium nicht einmal mehr Thema gewesen. Ein anderer Käufer ist laut FAZ derzeit nicht in Sicht.

Der Münchener Konzern bekräftigte hingegeen am Mittwoch, möglichst bald Einzelheiten über Partnerschaften für seine Verluste schreibende Handy-Sparte bekannt geben zu wollen. Es bleibe bei den bei der Vorlage der Halbjahresbilanz Ende April getroffenen Aussagen von Konzernchef Klaus Kleinfeld, sagte ein Siemens-Sprecher in München. „Wir sind im Gespräch mit möglichen Partnern, und wir werden bald etwas ankündigen, das ist das Ziel“, sagte er. Der Sprecher reagierte damit auf den Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Spekulationen kommentiere das Unternehmen aber nicht.

Siemens-Chef Kleinfeld hatte vor einer Woche angekündigt, die hoch defizitäre Handy-Sparte solle nicht geschlossen, aber in eine rechtlich eigenständige Einheit ausgegliedert werden. Zudem werde eine Partnerschaft mit einem oder mehreren Unternehmen angestrebt. Dabei will Siemens offenbar die Mehrheit an dem Geschäft abgeben. Kleinfeld hatte aber auch gesagt, es werde auch künftig Handys unter dem Markennamen „Siemens“ geben.

In der Handy-Sparte beschäftigt Siemens in Deutschland rund 6000 Mitarbeiter. Der Bereich war mit einem Minus von 138 Mill. € für den operativen Verlust der Kommunikationssparte von Siemens im abgelaufenen Quartal von 19 Mill. € verantwortlich. Bei im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkenen Handy-Verkäufen büßte Siemens zuletzt weiter Marktanteile ein und ist mittlerweile weltweit auf Platz sechs hinter Sony Ericsson zurückgefallen.

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