FDP und Grüne fordern Novellierung des Datenschutzgesetzes
Obermann geht in die Offensive

Telekom-Chef René Obermann hat nach der Bespitzelungsaffäre die Belegschaft ermuntert, Courage zu zeigen und ein mögliches Fehlverhalten von Vorgesetzten und Kollegen zu melden. Notwendig sei ein "Kulturwandel im Denken", sagte er am Wochenende. Der Vertreter des Bundes im Telekom-Aufsichtsrat, Thomas Mirow, stellte sich voll hinter Obermann. Unterdessen gerät auch die Lufthansa in die Kritik, weil sie Kundendaten eines Journalisten nutzte, um Lecks im eigenen Aufsichtsrat aufzuspüren.

HB BERLIN. Obermann wandte sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gegen "blinde Befehlsgläubigkeit". Wenn notwendig, müssten Mitarbeiter auf Ungereimtheiten hinweisen. "Das muss in die Köpfe der Leute." Obermann wies darauf hin, dass im vorigen Jahr auch Hinweise von Mitarbeitern Anstoß zu den internen Ermittlungen gaben.

"Datensicherheit ist das höchste Gut für die Deutsche Telekom. Deshalb muss jedem klar sein, dass die Verletzung des Datenschutzes kein Kavaliersdelikt ist. Das gilt für die Weitergabe von Betriebsgeheimnissen und das gilt noch viel, viel mehr für den Schutz des Fernmeldegeheimnisses", sagte er. "Der Kampf um Glaubwürdigkeit richtet sich nach außen, aber vor allem auch nach innen. Wir müssen gegenüber der eigenen Belegschaft neues Vertrauen in die Konzernführung aufbauen."

Kundenverlust

Finanz-Staatssekretär Mirow gab ihm Rückendeckung. In Kenntnis dessen, was ich bis jetzt weiß, meine ich, dass Herr Obermann zu jedem Zeitpunkt richtig gehandelt hat", sagte Mirow dem "Tagesspiegel" auf die Frage, ob sich Obermann nicht schon 2007 hätte an die Staatsanwaltschaft wenden müssen. Er hoffe, dass bald Klarheit herrsche und sich das Management wieder auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren könne.

Einer Umfrage zufolge droht der Telekom eine massive Abwanderung von Kunden. Ein Drittel wolle wegen der Affäre "bestimmt" oder "wahrscheinlich" den Anbieter wechseln, weitere 23 Prozent "vielleicht", fand das Marktforschungsinstitut Psychonomics für die "Wirtschaftswoche" heraus. Fast jeder Zweite habe das Vertrauen in den Konzern verloren - nach dem Motto, wenn Journalisten bespitzelt würden, seien wohl auch die Kundendaten nicht sicher.

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