Fernsehbauer: Loewe bekommt neuen Chef

Fernsehbauer
Loewe bekommt neuen Chef

Der Fernsehbauer Loewe leidet unter dem Preiskampf. Nun bekommt das Unternehmen einen neuen Chef: Produkt- und Marketingexperte Peter Orre soll mit neuen Geräten weitere Kundengruppen erschließen.
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MünchenDer von Investoren aus der Insolvenz übernommene Fernseherbauer Loewe bekommt einen neuen Chef. Der Produkt- und Marketingexperte Peter Orre, der bei Apple und Hewlett-Packard Karriere machte, soll mit neuen Geräten weitere Kundengruppen und Absatzmärkte erschließen, wie das Krisenunternehmen am Dienstag mitteilte. Der bisherige Loewe-Chef Matthias Harsch steigt als Mitgesellschafter bei Loewe ein und soll zugleich die internationale Expansion und den Ausbau strategischer Partnerschaften vorantreiben. Harsch hatte bereits eine Kooperation mit dem chinesischen TV- und Haushaltsgeräteanbieter Hisense eingefädelt.

Der Immobilienunternehmer Constantin Sepmeier, der frühere Unternehmensberater Stefan Kalmund und der ehemalige Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen hatten Loewe Mitte Januar übernommen und einen Neustart angekündigt. Sie setzen vor allem auf jüngere, design- und technikverliebte Kunden in Europa, Russland und China. Die Investoren übernahmen mit ihrem Münchner Investmentvehikel Panthera und dessen Tochter New Loewe GmbH allerdings nur Vermögenswerte, Rechte und einen Teil der Mitarbeiter der insolventen Loewe AG.

Die börsennotierte Unternehmenshülle steht nun vor der Abwicklung. Rund ein Viertel der zuletzt 550 Beschäftigten blickt in eine ungewisse Zukunft.

Loewe litt in den vergangenen Jahren schwer unter dem Preiskampf für moderne Fernseher. Asiatische Konkurrenten wie Samsung und LG setzten dem TV-Pionier mit deutlich billigeren Apparaten schwer zu. Nach jahrelangen Verlusten beantragte Loewe im Sommer zunächst Gläubigerschutz und meldete in der Folge Insolvenz in Eigenverwaltung an. Loewe ist neben Metz und TechniSat der letzte von einst 30 deutschen Unterhaltungselektronik-Herstellern. In Europa ist darüber hinaus nur noch der dänische Konzern Bang & Olufsen übrig geblieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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