Fernsehbranche
N-TV fürchtet um Existenz von Nachrichtensendern

Der Kölner Nachrichtensender N-TV sorgt sich um die Zukunft privater Informationskanäle, wenn die digitale Expansion von ARD und ZDF ungebremst weiter gehen sollte. Senderchef Hans Demmel ätzt, dann werde der Markt von einem semistaatlichen Einheitsinfobrei überflutet.

hps KÖLN. „Es entsteht eine Schieflage, die schlimmstenfalls zu einer Schließung von privaten Nachrichtensendern führen kann“, sagte N-TV-Chef Hans Demmel dem Handelsblatt. „Der Markteintritt der öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanäle wird nicht etwa die Vielfalt erhöhen, sondern durch die Beschädigung des Marktes und durch das Abnudeln von Tagesschauinhalten einen semistaatlichen Einheitsinfobrei erzeugen. Vor dem Hintergrund des Medienpluralismus nicht nur eine ärgerliche, sondern eine gefährliche Entwicklung“, warnte Demmel in Anspielung auf digitale Informationskanäle wie „Eins Extra“ der ARD und den ZDF-Infokanal.

Aufgrund der Gebührenfinanzierung der Öffentlich-Rechtlichen sei das ein ungleicher Kampf, sagte Demmel. Bei einem weiteren Ausbau der öffentlich-rechtlicher Nachrichten- und Dokumentationssender seien Arbeitsplätze in Gefahr. N-TV, eine Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann, beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. „Diese Stellen sind durch ARD-Kanäle wie Eins Extra nun bedroht“, warnte Demmel. N-TV schreibt seit vielen Jahren rote Zahlen. Auch in diesem Jahr wird der Kölner Sender offenbar nicht die Verlustzone verlassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%