Fernsehbranche
Pro Sieben Sat 1 streicht die Dividende

Seinen Aktionären bereitet Pro Sieben Sat 1 zur Zeit wenig Freude. Der Fenrsehkonzern ist tief in die Verlustzone gerutscht - und streicht die Dividende seiner Stammaktionäre zusammen.

DÜSSELDORF. Nach hohen Verlusten beim angeschlagenen Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 müssen die Mehrheitsgesellschafter KKR und Permira in diesem Jahr auf eine Ausschüttung verzichten. Die hoch verschuldete Sendergruppe strich die Dividende für die Stammaktien komplett, die Vorzugsaktionäre erhalten nur die Garantieausschüttung von zwei Cent je Aktie.

„Neben der Verbesserung unserer Kostenstrukturen hat die Reduzierung unserer Netto-Finanzverbindlichkeiten hohe Priorität“, sagte Finanzvorstand Axel Salzmann.

Die Aussichten für den TV-Konzern sind eher trübe. Das Unternehmen ist mit 3,4 Mrd. Euro verschuldet und muss mehr als 250 Mio. Euro Zinsen im Jahr zahlen. Zudem steht der TV-Werbemarkt in der Rezession unter Druck. Zwar sind die hausgemachten Probleme in der Werbezeitenvermarktung bei Pro Sieben Sat 1 mittlerweile behoben. Dennoch musste der Konzern zuletzt Umsatzrückgänge hinnehmen.

„Es wird ein herausforderndes Jahr, nicht nur für uns“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling. Allerdings sei der Konzern vergleichsweise gut vorbereitet, da er wegen der Vermarktungsprobleme früher als die Konkurrenz einen Sparkurs eingeschlagen habe.

Die Entscheidung für den Dividendenverzicht ist laut Unternehmenskreisen in enger Abstimmung mit KKR und Permira erfolgt. Es habe keinen Widerstand bei den Eigentümern gegen die Entscheidung gegeben. Im vergangenen Jahr hatte Pro Sieben Sat 1 insgesamt rund 270 Mio. Euro ausgeschüttet. Die Entscheidung stieß auf viel Kritik, da die Dividende dreimal so hoch war wie der Jahresgewinn – also Substanz aus dem Unternehmen abfloss.

KKR und Permira hatten den Kaufpreis für den TV-Konzern anders als oft üblich zwar nicht auf das Unternehmen umgelegt. Allerdings kaufte Pro Sieben Sat 1 den eigenen Eigentümern die europäische Senderkette SBS Broadcasting für den Preis von 3,3 Mrd. Euro ab. Dieser Betrag wurde in der Fernsehbranche als viel zu hoch empfunden.

Pro Sieben Sat1-Gesellschafter Permira gab sich gestern trotz des schlechten Zahlen gelassen. "Für uns ist Pro Sieben Sat 1 ein langfristiges Investment", sagte ein Sprecher des Finanzinvestor in Frankfurt. Auch Spekulationen über ein schwieriges Verhältnis zum Mitgesellschafter KKR bestritt er. "Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit", hieß es bei Permira.

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