Fernsehen
DSF erwartet Verfall der Rechtepreise

Das Deutsche Sport-Fernsehen (DSF) prognostiziert niedrigere Preise für Sport-Fernsehrechte. Denn das Geld sitzt bei den Fernsehkanälen nicht mehr so locker wie früher: Sinkende Werbeeinnahmen bedrohen die Finanzkraft der Sender. Zudem haben die Landesmedienanstalten die Regeln für Gewinnspiele verschärft.

DÜSSELDORF. Das Deutsche Sport-Fernsehen (DSF) prognostiziert niedrigere Preise für Sport-Fernsehrechte. "Was wir gerade im Werbemarkt erleben, wird nicht spurlos an den Sportrechten vorbeiziehen", sagte DSF-Chef Oliver Reichert gestern dem Handelsblatt. "Sie werden künftig für die Sender günstiger werden."

Das Geld sitzt bei den Fernsehkanälen nicht mehr so locker wie früher. Die rückläufigen Werbeausgaben machen ihnen zu schaffen. Mit hohen Rabatten versuchen sich nun die TV-Unternehmen gegenseitig Kunden abzujagen. Vor allem die mit über drei Mrd. Euro verschuldete Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 gilt in der Branche als der "Rabattkönig".

Die Auswirkungen belasten auch das DSF. "Der Druck ist groß", sagte Reichert. "Wir spüren die massiven Rabatte anderer Sender." Wegen der rückläufigen Werbe-Einnahmen sparen die TV-Unternehmen nun verstärkt an den Programmkosten.

Das DSF, eine Tochter der EM Sport, will trotz des Sparzwangs künftig die Sportberichterstattung ausbauen. "Wir werden 2009 noch mehr Fußball und Sport zeigen", kündigte Reichert an. Insgesamt will der Sender 1 400 Programmstunden aus über 40 Sportarten ausstrahlen.

Doch es gibt einen Wermutstropfen. Zuletzt hatte das DSF die Bieterschlacht um die Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga am Sonntag ab der Saison 2009/2010 gegen die ARD verloren. Das Erste hatte sich neben der "Sportschau" am Samstag ab der nächsten Spielzeit auch die Rechte für die Sonntagsspiele gesichert und sich damit gegen das DSF durchgesetzt.

Der Sportsender zeigt daher künftig nur noch am Freitag und Sonntag Zusammenfassungen aus der 2. Fußball-Bundesliga sowie am Montag ein Live-Spiel aus der 2. Liga. Neben dem Fußball wird ein zweiter Schwerpunkt der Motorradsport sein. Insgesamt werden 260 Stunden an 18 Rennwochenenden der Weltmeisterschaft Moto GP gezeigt.

Der Sender, an dem auch der Medienunternehmer Leo Kirch maßgeblich beteiligt ist, verbreitet trotz der schlechten Vorzeichen Optimismus. "Das Jahr 2008 war hervorragend", sagte DSF-Chef Reichert. Genaue Zahlen will er aber nicht nennen. Er verweist auf die Bilanz des Mutterkonzerns am 31. März.

Zuletzt war der chronisch defizitäre Sender im Aufwind. 2007 erzielte das DSF einen Umsatz von 106 Mio. Euro. Der Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 17,5 Mio. Euro. Für das laufende Jahr ist der Ausblick aber durchwachsen. "Wir erwarten, dass wir heuer unter dem Vorjahr liegen werden", sagte Reichert.

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