Fernsehgeräte-Hersteller geht auf Wachstumskurs
Loewe verspricht wieder Gewinn

Der fränkische Fernsehgeräte-Hersteller Loewe AG hat seine schwere Krise offenbar überwunden. Im heute zu Ende gehenden ersten Quartal habe das Unternehmen seinen Umsatz im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gesteigert, sagte Finanzvorstand Burkhard Bamberger gestern in München.

jojo MÜNCHEN. Zudem sei der Verlust im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Damals war ein Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) von elf Mill. Euro aufgelaufen. Im Gesamtjahr 2004 hatte Loewe 267 Mill. Euro Umsatz und knapp 30 Mill. Euro Verlust gemacht.

Die Börse reagierte erfreut auf die guten Nachrichten. Mit einem Plus von rund fünf Prozent auf 8,70 Euro war die Loewe-Aktie der Tagesgewinner im Kleinwertesegment S-Dax. Seit seinem Tiefpunkt im vergangenen Sommer hat sich der Kurs damit mehr als verdoppelt.

Der Grund für die gute Entwicklung liegt auf der Hand: Nach zwei Jahren mit hohen Verlusten ist Loewe wieder auf dem Weg in die Gewinnzone. Im zweiten Halbjahr werde Loewe auf Ebit-Basis, also vor Zinsen und Steuern, wieder profitabel sein, sagte Bamberger. Für das gesamte Jahr 2005 stellte der Manager ein ausgeglichenes Ebit in Aussicht. 2006 wollen die Kronacher dann auch unterm Strich wieder schwarze Zahlen schreiben.

Vergangenes Jahr konnte sich Loewe nur durch die Hilfe des Partners Sharp vor dem Absturz retten. Die Japaner beteiligten sich zuletzt im Dezember per Kapitalerhöhung an dem Wettbewerber und besitzen nun rund 29 Prozent der Loewe-Aktien. Zudem greift Sharp Loewe unter die Arme, indem die Firma dieses Jahr 50 000 Fernseher bei den Deutschen produzieren lässt.

Loewe hat die letzten zwei Jahre schwer unter dem Markteinbruch bei hochwertigen Bildröhrengeräten gelitten. Die Kronacher hatten länger als die meisten Wettbewerber auf Luxus-Bildröhrengeräte mit edlem Design gesetzt und dabei zu wenige Flachbildgeräte im Angebot. So geriet die Firma in eine existenzbedrohende Krise.

Inzwischen hat sich Loewe den Kundenwünschen angepasst. Bis Jahresende sollen vier von fünf Euro mit flachen Fernsehern erwirtschaftet werden. Flachbildgeräte liegen voll im Trend. Nach Angaben des Branchenverbands GfU kletterte der Umsatz mit LCD-Fernsehern in Deutschland vergangenes Jahr von 190 Mill. auf 568 Mill. Euro. Die Einnahmen aus Plasmageräten stiegen von 176 auf 327 Mill. Euro. Dagegen fiel der Umsatz mit den herkömmlichen Röhrengeräten um 15 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Loewe werde voraussichtlich im kommenden Jahr die Röhrenfernseher ganz aus dem Angebot nehmen, sagte Hecker.

Neben den Konkurrenten Metz und Technisat ist Loewe der einzige Fernsehgeräte-Anbieter, der hier zu Lande noch produziert. Allerdings müssen die Beschäftigten dieses und nächstes Jahr Einkommenseinbußen von zehn Prozent hinnehmen. Vergangenes Jahr hat Loewe rund 250 Stellen gestrichen, in diesem Jahr kommen weitere Kürzungen dazu. Allerdings hat auch der dreiköpfige Vorstand Opfer erbracht: Laut Geschäftsbericht sank das Einkommen des Top-Managements im vergangenen Jahr von 1,33 Mill. Euro auf 736 000 Euro.

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