Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1
Deutsche Filmproduktion ist gefragt

Der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 weitet den Filmrechtehandel weiter aus. Nach Angaben des Unternehmens liegen die Erlöse im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Geld kommt dem Fernsehkonzern indes sehr gelegen – das Unternehmen hat Schulden in Milliardenhöhe.

CANNES. „Unser Rendite ist sehr hoch und liegt über dem Marktdurchschnitt“, sagte Jens Richter, Chef der konzerneigenen Rechtetochter Seven One International. „Auch unsere Umsätze steigen stark.“ Dafür sei auch ein reicheres Angebot an Serien verantwortlich. Erstmals verkauft Pro Sieben Sat 1 auch Filmrechte des gerade übernommen Fernsehkonzerns SBS, der vor allem in Benelux und Skandinavien mit eigenen Sendern stark ist.

Genaue Zahlen zum Rechtehandel nennt die Tochter der Münchener Sendergruppe nicht. Doch die Erlöse liegen nach Angaben aus Unternehmenskreisen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Geld kann Pro Sieben Sat 1 gut gebrauchen. Das Unternehmen hat Schulden in Milliardenhöhe. Zudem muss die Sendergruppe wegen des Verdachts illegaler Rabattverträge 120 Mill. Euro Strafe zahlen. Darauf einigte sich Pro Sieben Sat 1 mit dem Kartellamt vor wenigen Tagen.

Auf Europas größter Film- und Fernsehmesse Mipcom verkauft Pro Sieben Sat 1 einschließlich der neuen Programme der SBS mehr als 50 Filme und Serien. Darunter ist eine neun Mill. Euro teure Verfilmung des Romans „Die Schatzinsel“. Der Zweiteiler wird nach Unternehmensangaben in 30 Ländern zu sehen sein. „Wir treten zwei Jahre nach unserer Unternehmensgründung in allen Genres an“, sagt Richter zum stark gewachsenen Programmkatalog der erst vor zwei Jahren gegründeten Rechtetochter.

Die Stimmung auf der Film- und Fernsehmesse in Cannes ist gut. Aufgrund des wieder anziehenden Marktes für Serien und Spielfilme liegt die Umsatzrendite im Rechtehandel nach Branchenschätzungen durchwegs im zweistelligen Bereich. „Der Optimismus, der bereits im Frühjahr zu spüren war, setzt sich fort“, heißt es bei der Münchener Filmfirma Beta Film des ehemaligen Kirch-Stellvertreters Jan Mojto. „Auf Grund der höheren Qualität der deutschen Produktionen gibt es neue Absatzmärkte“, berichtet Richter von Pro Sieben Sat 1. Deutsche Serien und Fernsehfilme sind jetzt auch in Asien und den USA gefragt. So hat Pro Sieben Sat 1 die Zaubershow „Phenomen“ mit dem Löffelverbieger Uri Geller und dem Illusionisten Chriss Angel an den US-Sender NBC verkauft.

Von der hohen Nachfrage profitiert auch die Bavaria Film. Der Filmtochter der ARD hat weitere Teile ihrer Telenovela „Sturm der Liebe“ nach Italien exportiert. Dort läuft sie auf einem Sender des italienischen Medienkonzerns Mediaset des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Wie Mediaset anlässlich der Mipcom berichtet, hat das Unternehmen nun auch die letzten der verfügbaren Episoden der bayerischen Telenovela gekauft und kann nun 670 Folgen ausstrahlen. „Sturm der Liebe ist eine hervorragende Serie, die sich als Publikumserfolg bewährt hat und regelmäßig hohe Marktanteile erzielt“, berichtet Mediaset-Einkaufschef Francesco Mozzetti. Nach eigenen Angaben hat Bavaria Film die ARD-Serie „Sturm der Liebe“ in mittlerweile 15 Länder verkauft. Zuletzt hatte eine finnischer Sender 150 Folgen erworben.

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