Fernsehkonzern
Pro Sieben Sat 1 kauft britische Filmfirma

Pro Sieben Sat 1 übernimmt die Mehrheit an der britischen Film- und Fernsehfirma Endor. Damit will der deutsche Fernsehkonzern unabhängiger vom Werbemarkt werden. Und die Einkaufstour soll noch weitergehen.
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DüsseldorfDer Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 übernimmt die Mehrheit an der britischen Film- und Fernsehfirma Endor der bekannten Produzentin Hilary Bevan Jones. „Großbritannien ist neben den USA unser wichtigster Markt. Mit der Übernahme der britischen Produktionsfirma Endor stoßen wir in eine neue Dimension vor“, sagte Jan Frouman, Chef von Red Arrow, der Produktionstochter von Pro Sieben Sat 1, dem Handelsblatt.

Mit der Übernahme würde Pro Sieben Sat1 im britischen Fernsehmarkt nun alle wichtigen Genres wie Serien, Event-Mini-Serien, Abendshows und Factual Entertainment abdecken. „Red Arrow ist perfekt im Markt platziert, um unsere aufregenden und ehrgeizigen Projekte zu unterstützen“, sagte die 59-jährige Filmproduzentin Hilary Bevan Jones zum Verkauf ihrer Anteile.

Über den nun vollzogenen Zukauf in Großbritannien ist die Münchener Konzernzentrale froh. Denn Hilary Bevan Jones gehöre zu den renommiertesten TV-Produzentinnen, heißt es bei Pro Sieben Sat 1. Für ihren Fernsehfilm „The Girl in the Café“ erhielt sie 2006 einen Emmy-Award und mit Serien wie „Cracker“ erwarb sie sich hohes Ansehen in der Branche. Nach Unternehmensangaben passe Endor sehr gut die Expansionsstrategie, bei der man Produzenten „zu vernünftigen Konditionen erwerben und weiter entwickeln“ wolle. Zum Kaufpreis wollte Pro Sieben Sat 1 keine Angaben machen.

Deutschlands größter Fernsehkonzern geht auch nach dem Zukauf in Großbritannien weiter auf Einkaufstour. Es laufen bereits Kaufgespräche mit amerikanischen Produzenten. „Wir sprechen in den USA mit einer Reihe von Produktionsunternehmen. Wir können uns vorstellen, weitere Firmen im größten Fernsehmarkt der Welt dazu zu kaufen“, bestätigte Frouman. Zum Motiv für das hohe Kaufinteresse sagte der Fernsehmanager: „Nirgendwo ist der Markt lukrativer als in den USA.“

Neben Endor hat Pro Sieben Sat 1 in Großbritannien bereits Beteiligungen an der Mob Film Company und CPL. Außerdem sind die Münchener in den USA an der Produktionsfirma Fuse Entertainment in Los Angeles beteiligt.

Die Konzerntochter Red Arrow spielt für Pro Sieben Sat 1 eine Schlüsselrolle, um künftig unabhängiger vom stagnierenden TV-Werbemarkt zu werden. Pro Sieben Sat 1 hat sich ehrgeizige Ziele im Produktions- und Rechtehandelsgeschäft gesetzt. „Wir werden unsere Produktion stark ausbauen. Bis 2015 wollen wir mehr als 1000 Stunden Fernsehprogramm im Jahr produzieren. Zum Vergleich: 2012 werden es rund 780 Programmstunden sein“, sagt Frouman, ein früherer Manager des einstigen Pro-Sieben-Sat-1-Eigners und Hollywood-Milliardärs Haim Saban.

Der Amerikaner legt die Messelatte für sein Konglomerat an Produktionsfirmen hoch. „Wir erzielten 2011 innerhalb der Red Arrow einen Umsatz von rund 110 Millionen Euro. Bis 2015 wollen wir bei den Erlösen über 20 Prozent wachsen.“ Mittlerweile ist die Filmtochter Red Arrow mit 15 Firmen in neun Ländern präsent.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Fernsehkonzern: Pro Sieben Sat 1 kauft britische Filmfirma"

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  • Was ich nicht verstehen ist ihr schiebt Amma und die Liebe wegen die schlechte quoten aber Zb zeigt ihr die heutige programm von Schicksal zum dritten mal so ihr hätten Anna lassen können wo es war und nämlich beim SAT 1

  • Ein Paar geschmierte Richter und Staatsanwälte muss auch gekauft werden so das "Murdoch-Geschäfte" weiter ausgebaut werden können.

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