Fernsehkonzern
RTL startet mit eigenem Mobilfunkangebot

Der Fernsehkonzern RTL steigt als erster deutscher TV-Sender ins Mobilfunkgeschäft ein. Dazu hat die TV-Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann eine Allianz für ein Prepaid-Angebot mit dem Handy-Billiganbieter Congstar, einer Tochter der Deutschen Telekom, geschlossen.

DÜSSELDORF. "Wir wollen mit der Kooperation unsere Reichweite im mobilen Internet deutlich ausbauen", sagte RTL-Internetmanager Matthias Büchs dem Handelsblatt. RTL hofft zudem, sich vom labilen Werbemarkt unabhängiger zu machen.

RTL tritt damit in die Fußstapfen des Springer-Verlages, der über sein Boulevardblatt Bild seit Oktober 2007 einen ähnlichen Prepaid-Dienst namens "Bildmobil" anbietet. Europas größte Zeitung arbeitet dabei mit dem Telekom-Konkurrenten Vodafone zusammen. Auch Discounter wie Aldi, Lidl und Tchibo mischen bereits in dem Geschäft mit.

Angeboten wird die Prepaid-Karte der Kölner ab heute. Mit dem eigenen Handytarif kann der Kunde das RTL-Portal für das mobile Internet kostenfrei nutzen. Für zehn Cent pro Minute kann der Nutzer zudem in alle Festnetz- und Mobilfunknetze telefonieren. Die Prepaidkarten werden ohne Grundpreis, Vertagsbindung oder Mindestumsatz vertrieben. RTL hat im mobilen Internet Nachholbedarf. "Wir wachsen zwar mit RTL.de, sind derzeit aber nur die Nummer drei. Das reicht uns nicht", sagt Büchs. Zu den geplanten Nutzerzahlen und Umsätzen von "RTL mobil" wollte er sich aber nicht äußern.

Deutschlandchefin Anke Schäferkordt hat RTL eine Online-Offensive verordnet. Für neue Strategien soll künftig der bisherige Telekom-Manager Marc Schröder sorgen, der nun die Leitung der RTL-Internettochter mit rund 200 Mitarbeitern in Köln übernommen hat.

Noch spielt das Internet-, Handy- und Teletextgeschäft eine bescheidene Nebenrolle. 2006 erzielte RTL damit nur einen Umsatz von knapp 49 Mill. Euro. Zahlen für 2007 liegen nicht vor. Das Unternehmen selbst nennt keine Zahlen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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