Fernsehmanager
Filmhändler balgen um „Sakrileg“

Aus aller Welt sind die Mächtigen der Fernsehbranche nach Hollywood gereist, um neue Ware für ihre Kanäle einzukaufen. Diesjähriger Höhepunkt der weltgrößten Filmrechtemesse L.A. Screenings ist die Verfilmung des Bestsellers von Dan Brown.

LOS ANGELES. Normalerweise herrscht in Culver City, einer eher langweiligen Kleinstadt im Westen von Los Angeles, tote Hose. Doch an diesem Abend stauen sich die Autos auf den Zufahrtsstraßen. In der protzigen Konzernzentrale von Sony Pictures bilden sich lange Schlangen von Managern, die geduldig auf ihre Zugangskarte warten. Männer in erdbraunen Mönchskutten weisen den vielen Einkäufern mit den dicken Scheckheften den Weg durch das weitläufige Studiogelände des japanischen Unterhaltungskonzerns. Grund des Andrangs ist die Premiere des neuen Sony-Kinofilms „Sakrileg“ („Da Vinci Code“).

Aus aller Welt sind die Mächtigen der Fernsehbranche nach Hollywood gereist, um neue Ware für ihre Kanäle einzukaufen. Diesjähriger Höhepunkt der weltgrößten Filmrechtemesse L.A. Screenings ist die Verfilmung des Bestsellers von Dan Brown – das konzerneigene Kino zwischen den Art-deco-Kulissen reicht für die Premiere auf dem Studiogelände diesmal nicht aus. Mehr als 1 200 Einkäufer sind an diesem kühlen Frühsommerabend zu Sony gekommen. Vorsorglich hatte der Konzern gleich ein zusätzliches Kino am Rande des Studios dazu gemietet. Die Begeisterung unter den Einkäufern für den neuen Film mit Publikumsliebling Tom Hanks als Symbologie-Professor Robert Langdon ist groß. Noch in der vergangenen Woche rührte auf den Filmfestspielen in Cannes kein einziger Kulturkritiker die Hand zum Applaus. In Hollywood, wo das Business und nicht die Kunst zählt, ist das Gegenteil der Fall. Die versammelten Fernsehprofis sind sich an diesem Abend einig: „Sakrileg“ wird ein Erfolg.

„Mit einem guten Start im Kino in den ersten Tagen läuft der Film auch im Fernsehen exzellent“, sagt Frank Dietz, Programmeinkäufer bei Super RTL und langjähriger Hollywood-Experte. Bereits am ersten Wochenende erzielte „Sakrileg“ weltweit an den Kinokassen einen Umsatz von 238 Mill. Dollar. Das ist der zweitbeste Start in der Geschichte des Kinos überhaupt. So wundert es nicht, dass sich auch Marcus Ammon, Deutschland-Geschäftsführer des Spielfilmkanals von MGM sicher ist: „Der Film funktioniert zu hundert Prozent. ,Sakrileg’ wird auch im Fernsehen ein ganz großes Ereignis.“

Welcher Sender allerdings den Film nach der Kino- und DVD-Verwertung ausstrahlen darf, ist noch offen. „Wir nehmen die Gespräche erst bis Ende des Jahres auf“, kündigt die deutsche Sony-Vertriebschefin Kerstin Gühne an. „Alle großen Sender wollen den Film haben.“

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