Fernsehmesse
TV-Sender auf teurer Einkaufstour

Derzeit präsentieren Hollywood- Filmstudios wie Fox, Universal, Warner, Disney oder Paramount auf der weltgrößten Fernsehmesse in Los Angeles ihre neuen Produktionen für die kommende TV-Saison. Die Deutschen können trotz des schlechten Werbemarkts nicht mit Krisenrabatten rechnen: Die Studios wollen ihre Ware nicht verschleudern.

MÜNCHEN. Fernsehsender können trotz geringerer Einnahmen angesichts des schlechten Werbemarkts in Hollywood nicht mit Sonderangeboten für neue Serien und Filme rechnen. "Wir werden unsere Ware nicht verschleudern", sagte Kerstin Gühne, Vizepräsidentin des internationalen Fernsehvertriebs von Sony, dem Handelsblatt. "Die Sender kommen ohne große Spielfilme nicht aus. Deshalb wird es keinen Preisverfall geben", sagte die langjährige Sony-Managerin.

Derzeit präsentieren Hollywood- Filmstudios wie Fox, Universal, Warner, Disney oder Paramount auf der weltgrößten Fernsehmesse in Los Angeles ihre neuen Produktionen für die kommende TV-Saison. Aus Deutschland sind alle namhaften Sender mit eigenen Einkaufsteams vor Ort, doch Messeteilnehmer berichten von bis zu 15 Prozent weniger Einkäufern im Vergleich zum Vorjahr.

Die Programmeinkäufer stehen unter Druck wie selten zuvor. Angesichts der rückläufigen Einnahmen aus der TV-Reklame sitzt das Geld bei den Fernsehsendern weltweit alles andere als locker. Europas größter Fernsehkonzern RTL kündigte nach Angaben von Unternehmensinsidern an, dass die Sender europaweit in diesem Jahr ihre Kosten um 15 bis 20 Prozent kürzen müssten. Das Programm ist mit großem Abstand der größte Posten bei den Ausgaben.

Die wirtschaftliche Situation hat sich bei vielen Sendern in den vergangenen Monaten sogar noch verschlechtert. "2009 wird ein schweres, sehr schweres Jahr werden", prognostiziert Medienexperte Thomas Künstner von der Unternehmensberatung Booz & Company. Bei der RTL Group brach beispielsweise der Gewinn im ersten Quartal um die Hälfte ein. Der krisenerprobte Konkurrent Pro Sieben Sat 1 schreibt trotz schmerzlicher Sparanstrengungen noch immer rote Zahlen.

Doch in Hollywood lassen sich Rabatt-Forderungen nur sehr schwer durchsetzen. "Die Verträge haben in der Regel lange Laufzeiten, sodass kurzfristige Optimierungen in der Regel nicht möglich sind", bekennt ein Sprecher des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 offen.

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