Fertigungsfehler: Sony stoppt Verkauf von Tablet-PC Xperia

Fertigungsfehler
Sony stoppt Verkauf von Tablet-PC Xperia

Rückschlag für einen Hoffnungsträger: Ein Produktionspanne ruiniert Sony das Geschäft mit seinem Tablet-PC Xperia S. Der Verkauf ist vorerst eingestellt. Die Kunden beruhigt der Elektronikriese aber.

TokioSony stoppt nur einen Monat nach dem Marktstart die Auslieferung seines Tablet-Computers Xperia S. „Einige Exemplare“ des als wasserdicht vermarkteten Modells hätten einen Spalt zwischen Bildschirm und Gehäuse, der es anfällig für Feuchtigkeit mache, teilte der Elektronikkonzern am Freitag mit. Das Problem gehe auf einen Produktionsfehler in der chinesischen Fertigung zurück. „Bis zur Behebung des Fertigungsfehlers wird der Verkauf des Xperia Tablet S vorerst ausgesetzt“, erklärte eine Sony-Sprecherin auf Anfrage von Handelsblatt Online. Auf einer Bestell-Website heißt es derzeit, das Xperia S sei „momentan leider nicht lieferbar“.

Der japanische Hersteller hatte das Gerät erst im September auf der IFA in Berlin vorgestellt und anschließend in den USA, Japan und Europa auf den Markt gebracht. Bisher verkaufte der Konzern weltweit 100.000 Geräte, in Deutschland unter den Modellbezeichnungen SGPT121 und SGPT122. Sony beruhigte die Käufer aber: „Ein Sicherheitsrisiko für den Konsumenten besteht definitiv nicht“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage von Handelsblatt Online. Ab Ende Oktober werde es ein kostenloses Inspektions- und Reparaturprogramm geben; bis dahin sollten Nutzer die Geräte vor Feuchtigkeit schützen. In der Bilanz würden die Reparaturen aber nicht ins Gewicht fallen.

Sony positioniert das Xperia S als Konkurrenten zum iPad von Apple. Das Gerät hat das Betriebssystem Android (Version 4) an Bord und wird von einem leistungsfähigen, aktuellen Nvidia-Prozessor angetrieben.

Die Panne trifft Sony zu einem ungünstigen Zeitpunkt, der neue Konzernchef Kazuo Hirai muss den einstigen japanischen Vorzeigekonzern sanieren. Mobile Geräte stehen neben Digital Imaging und Computerspielen im Zentrum der Strategie. Der Konzern trifft allerdings auf starke Konkurrenz, neben Apple mit iPhone und iPad auch auf die koreanischen Hersteller Samsung und LG, die wie Sony stark auf Android setzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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