Festnetz unter Druck
Telekom-Chef tritt auf die Kostenbremse

Nicht kaufen oder fusionieren ist bei der Deutschen Telekom angesagt - sondern sparen. Betroffen ist vor allem die Konzerntochter T-Com.

HB BONN. Während Branchenexperten noch auf ein Gegenangebot für den britischen Mobilfunkbetreiber O2 warteten und einen Bieterstreit mit der spanischen Telefónica am Horizont aufziehen sahen, überraschte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke die Fachwelt am Mittwoch mit einer ganz anderen Meldung: In den nächsten drei Jahren werden rund 32 000 Mitarbeiter in Deutschland den größten Telekommunikationskonzern Europas verlassen.

Die Sparwut beim Bonner Riesen zeigt, wie stark das Unternehmen im traditionellen Festnetz unter Druck geraten ist. Der Bereich, der früher hauptsächlich für Sprachtelefonie und heute immer mehr für Breitband, Datenkommunikation und schnelles Internet steht, ist nach Rickes Einschätzung nicht produktiv genug. Hinzu kommen die Wettbewerber, die auch Dank einer Regulierung allmählich Boden gewonnen und dem Platzhirsch mit günstigen Angeboten Marktanteile abgenommen haben.

Bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kommen die Pläne nicht gut an: „Wir sind fassungslos, ein Personalabbau in dem Umfang ist nicht akzeptabel“, sagte ein Arbeitnehmervertreter nach Gesprächen mit dem Vorstand. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Telekom und ver.di-Vorstandsmitglied Franz Treml bezeichnete die Einsparungen als „Horrorzahlen“. „Die Beschäftigten sollen jetzt die Zeche zahlen“, kritisiert er. Dagegen beteuerte Personalchef Heinz Klinkhammer, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde und der Stellenabbau freiwillig über Abfindungen oder Altersteilzeit erfolge.

Wie auch andere Konzerne in Europa steht die Telekom mächtig unter Handlungsdruck: „Der weltweite Umbruch der Branche, die rasante technologische Entwicklung und besonders der regulierungsbedingt harte Wettbewerb im Festnetz- und Breitbandbereich in Deutschland stellen den gesamten Konzern vor verschärfte Herausforderungen“, bringt Ricke die ganze Not der Telekom auf den Punkt. Der Konzern will auch künftig auf innovativen Märkten tätig sein und den technologischen Anschluss an die Weltspitze nicht abreißen lassen.

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