Festnetzsparte T-Com soll offenbar umbenannt werden: Obermanns Baustellen

Festnetzsparte T-Com soll offenbar umbenannt werden
Obermanns Baustellen

Für den neuen Telekom-Chef René Obermann kommt es bei der heutigen Aufsichtsratsitzung zum Schwur: Er präsentiert seine langfristige Strategie für die Deutsche Telekom. Das entscheidende Thema dabei wird sein Plan sein, mehr als 45 000 Mitarbeiter in drei neu zu gründende Gesellschaften auszugliedern und diese Einheiten effizienter zu organisieren als bisher.

DÜSSELDORF. Offenbar will die Arbeitnehmerseite geschlossen gegen den Plan stimmen. Die Gewerkschaft Verdi fürchtet neben den schlechteren Arbeitsbedingungen für die betroffenen Mitarbeiter auch einen späteren Verkauf der Einheiten. Unklar ist bislang, wie sich der Bund als größter Anteilseigner verhalten wird. Einerseits hat er kein Interesse daran, dass die Arbeitsbedingungen der zahlreichen Beamten verschlechtert werden, die von der Ausgliederung betroffen sind. Anderseits wünscht sich auch Berlin endlich wieder Aufwind für die schwächelnde T-Aktie.

Mehrere Tausend Telekom-Beschäftigte folgten nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch in Bonn einem Verdi-Aufruf zum Protest gegen die Personalpläne der Konzernspitze. Die Demonstranten versammelten sich einem Verdi-Sprecher zufolge bereits am Vormittag vor dem Gebäude der Bundesnetzagentur, um von dort in einem Protestzug zur Telekom-Zentrale zu marschieren. Dort wurden dann Reden von Verdi-Chef Frank Bsirske, DGB-Chef Michael Sommer und Telekom-Aufsichtsratsvize Lothar Schröder, der Verdi in dem Gremium vertritt, erwartet.

Das Personalthema ist das drängendste Problem, das Obermann lösen muss. Der Konzern leidet vor allem im Inland unter sinkenden Gewinnen. Ende Januar hat die Telekom zum zweiten Mal in sechs Monaten ihre Gewinnerwartung für 2006 reduziert. Grund sind massenhafte Kündigungen von profitablen Telefonkunden sowie ein harter Preiskampf im Mobilfunk- und Breitbandgeschäft. Obermann will sich durch den besten Service der Branche im Wettbewerb behaupten.

Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, der Konzernchef plane zudem mehr Akquisitionen im Ausland. „Das wäre sinnvoll, um die Probleme im Inland auszugleichen“, sagt Frank Rothauge von Sal. Oppenheim. Einige Experten halten es für wahrscheinlich, dass die Telekom künftig auch in Schwellenländern investiert, weil dort mehr Wachstum möglich ist als in den gesättigten Industrienationen. Vodafone etwa hat kürzlich einen Mobilfunker in Indien gekauft.

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