Filenet
IBM auf Einkaufstour

IBM hat seine Einkaufstour fortgesetzt und für 1,6 Mrd. Dollar den Softwarehersteller Filenet gekauft. Software war bei dem IT-Konzern im zweiten Quartal die einzige Sparte, die zulegen konnte.

jkn FRANKFURT. Der IT-Konzern IBM baut seine Software–Sparte aus. Das Unternehmen kauft für 1,6 Mrd. Dollar den Softwarehersteller Filenet, einen Spezialisten für das Management von Unternehmensdaten. Es ist die dritte Übernahme eines Software-Anbieters durch IBM in einer Woche. Und es ist eine der größten Aquisitionen in der Ära von IBM-Chef Sam Palmisano.

Das Übernahmeangebot bewertet Filenet mit 35 Dollar je Aktie. Das ist ein Aufschlag von lediglich einem Prozent zum letzten Kurs am Mittwoch. Allerdings hat sich der Wert der Filenet-Aktie erst in den letzten Wochen deutlich gesteigert, zuvor bewegte sich der Kurs über Monate zwischen 25 und 30 Dollar. Filenet-Chef Lee Roberts sprach gestern von einer „soliden Prämie“ für die Aktionäre. Diese müssen der Übernahme aber ebenso noch zustimmen wie die Kartellbehörden.

Filenet ist spezialisiert auf Software, mit der Unternehmen die wachsende Flut von Daten besser managen können. Marktforscher sagen dieser Software-Nische große Wachstumsraten voraus. Unter anderem treiben immer neue rechtliche Vorgaben sowie höhere Anforderungen an die Aufbereitung von Dokumenten das Geschäft. IBM ist in diesem Markt bereits aktiv, mit Filenet baut der Konzern seine Marktstellung jetzt deutlich aus.

Die Übernahme von Filenet soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Das Unternehmen hatte für das zweite Quartal ein Umsatzplus von fast zwölf Prozent auf 117,1 Mill. Dollar gemeldet. Im vergangenen Jahr setzte Filenet 421,8 Mill. Dollar um und erzielte einen Nettogewinn von 40,4 Mill. Dollar.

Mit der Übernahme setzt IBM-Chef Palmisano seinen Kurs konsequent fort, das Software-Geschäft auszubauen. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern, der nach Microsoft und Oracle der drittgrößte Software-Anbieter der Welt ist, für 740 Mill. Dollar MRO Software gekauft, einen Nischenanbieter für Vermögensverwalter. Zudem gab es einen kleineren Zukauf. Software war bei IBM im zweiten Quartal die einzige Sparte, die zulegen konnte. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar, im ersten Halbjahr steuerte die Sparte rund 40 Prozent zum Vorsteuerergebnis des Konzerns bei.

Der Verkauf von Software-Lizenzen sichert den Unternehmen höhere Margen. So hat auch der Rivale Hewlett-Packard sein Software-Geschäft jüngst durch eine Übernahme gestärkt. Der Konzern kaufte für 4,5 Mrd. Dollar Mercury Interactive. Deren Programme helfen dabei, die IT-Systeme besser zu steuern.

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