Film- und Fernsehproduktionen
Bavaria wildert bei Privatsendern

Die Bavaria Film will künftig mehr Aufträge außerhalb der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten an Land ziehen. Bisher hatte sich der zweitgrößte Film- und Fernsehproduzent in Deutschland vor allem auf die Aufträge für ARD und ZDF verlassen.

hps MÜNCHEN. „Wir wollen vor allem bei Privatsendern unsere Marktanteile ausbauen. Da haben wir Nachholbedarf,“ sagte Bavaria-Geschäftsführer Dieter Frank dem Handelsblatt. „Wir werden um jeden Auftrag kämpfen.“ Für die Öffentlich-Rechtlichen produziert die Bavaria die Telenovela „Sturm der Liebe“ oder die „Tatort“- und „Inga Lindström“-Filme. „Wir haben ein Know-how bei großen Serienstrecken, die ansonsten in Deutschland nur noch die Ufa besitzt“, sagte Frank mit Blick auf mögliche neue Kunden.

Der Strategieschwenk der Nummer zwei der Branche ist durchaus pikant. Denn die Filmfirma gehört mehrheitlich verschiedenen ARD-Sendern. Einzelne Anstalten wie der WDR sahen eine stärkere Marktorientierung in der Vergangenheit kritisch. Derzeit kommen sieben Prozent aller Sendungen von ARD und ZDF aus den Bavaria-Studios. Im privaten Fernsehen sind es nach Angaben von Frank aber weniger als fünf Prozent. Dies will die Bavaria-Führung ändern. Der langjährige Bavaria-Chef hat allen Grund, sich nach neuen Kunden umzusehen. Denn durch den Verkauf der Tochter Odeon Film im vergangenen Jahr an den Filmunternehmer David Groenewold ist der 1919 gegründete Konzern geschrumpft. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2005/2006 (zum 31. Januar) lag der Umsatz noch bei 310 Mill. Euro. Im letzten Geschäftsjahr waren es nur noch knapp 268 Mill. Euro.

Allerdings hat die Trennung von Odeon auch einen Sonderertrag von fünf Mill. Euro in die Kasse gespült. Damit kletterte das Ergebnis von sieben auf elf Mill. Euro. Doch das sind Einmaleffekte. Mittelfristig braucht die Bavaria mit 740 festen Mitarbeitern mehr Kunden und mehr Umsatz, um mit dem Konkurrenten und Branchenprimus Ufa mithalten zu können. Für die nähere Zukunft gibt sich die Bavaria aber erst mal defensiv. „Wir rechnen 2008 mit einer konstanten Umsatz- und Gewinnentwicklung“, sagte Frank, der im Sommer nächsten Jahres von Achim Rohnke, derzeit Chef der ARD-Werbetochter, abgelöst wird.

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