Film- und Fernsehproduzent
Constantin Film soll von der Börse

Der Film- und Fernsehproduzent Constantin Film soll offenbar vom Kurszettel in Frankfurt verschwinden. Der Schweizer Großaktionär, die Medienfirma Highlight Communications, die ebenfalls in Frankfurt an der Börse notiert ist, strebt möglicherweise ein Squeeze-out an. Das erfuhr das Handelsblatt in Medienkreisen.

DÜSSELDORF / ZÜRICH. „Es gibt eine Squeeze-out-Phantasie, die den Aktienkurs in letzter Zeit stark beflügelt hat“, sagt ein Frankfurter Medienanalyst zur Begründung. Ein Sprecher von Highlight wollte das Thema am Montag auf Anfrage nicht kommentieren.

Die Aktie des größten konzernunabhängigen Film- und Fernsehproduzenten in Deutschland legte in den vergangenen Wochen stark zu. Am Montag notierte das Papier bei mehr als 23 Euro gegenüber einem 52-Wochen-Tief von neun Euro. Zuletzt hatte auch Constantin-Vorstandschef Fred Kogel ein größeres Aktienpaket erworben. Der frühere Chef des Privatsenders Sat 1 wollte sich am Montag nicht zu einer möglichen Abfindung für die Minderheitsaktionäre äußern. Dahinter könnte auch die Befürchtung stehen, dass auf solche Fälle spezialisierte Fonds den Kaufpreis in die Höhe treiben würden. Nächste Woche trifft sich der Aufsichtsrat der Constantin in München. Dort steht unter anderem die Jahresbilanz auf dem Programm. Am 29. März wird die Filmfirma ihre Zahlen vorlegen.

Derzeit werden nur rund acht Prozent der Constantin-Aktien frei gehandelt. Highlight stockte seinen Anteil im Januar vergangenen Jahres auf mehr als 91 Prozent des Aktienkapitals auf. Die Schweizer übten eine Option auf den 25,1-Prozent-Anteil des Firmengründers Bernd Eichinger aus. Damals teilte Highlight mit, dass „derzeit keine Änderungen in Bezug auf die Börsenzulassung oder die Aktionärsstruktur der Constantin Film AG“ angestrebt werden. Der Hedge-Fonds-Investor und kurzzeitige Highlight-Aktionär Florian Homm drängte damals auf eine Privatisierung. Er rügte die Kosten für die Notierung von Constantin.

Wann genau die restlichen Constantin-Aktionäre verkaufen sollen, ist offen. „Das Squeeze-out ist schon lange in Diskussion“, berichtet ein Medienanalyst. „Ein solches Angebot ist durchaus nachvollziehbar.“

Das Geschäft bei der Constantin Film läuft gut. Vor allem die Fernsehproduktionen beflügeln trotz des hohen Margendrucks das Geschäft. Auch der Kassenschlager „Das Parfum“, die Verfilmung des Erfolgsromans von Patrick Süskind, verlieh dem Geschäft Schub. Für das Gesamtjahr erwartet Constantin einen Umsatz von 265 Mill. Euro, nach knapp 214 Mill. Euro im Jahr zuvor. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll von 11 Mill. Euro auf 14 Mill. Euro steigen. Die Kursrally der vergangenen Monate ist aus Sicht von Marktteilnehmern trotz der Erfolge an der Kinokasse nicht nachvollziehbar. „Die Bewertung der Aktie bei 23 Euro ist schon sehr ambitioniert“, sagt ein Analyst, der das Unternehmen seit vielen Jahren kennt.

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