Film- und Serienproduzenten
Studio Hamburg setzt auf Wachstum

Weniger Filme, mehr Rendite: Der Film- und Serienproduzent Studio Hamburg dreht erfolgreich an der Gewinnschraube. Die Münchener Konkurrenz Bavaria Film ist bereits abgehängt. Ausruhen will sich die NDR-Tochter aber nicht. Vor allem das Fensehgeschäft in der Hauptstadt soll ausgebaut werden.

HAMBURG. Der Film- und Serienproduzent Studio Hamburg will weiter wachsen. „Berlin ist ein ungeheuer wachsender Markt“, sagte Martin Willich, Chef von Studio Hamburg. Dort produziert die Tochter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) künftig auch die sonntägliche Polit-Talkshow von Anne Will.

„Die Nachfrage in Berlin ist so groß, dass wir eine weiteres Großraumstudio bauen werden“, kündigte Willich in Hamburg an. In der Hauptstadt besitzt sein Unternehmen bereits die Film- und Fernsehstudios in Adlershof. Vor Jahren hatte sich Studio Hamburg vergeblich bemüht, die Filmstudios in Babelsberg vom damaligen Besitzer, dem französischen Medienkonzern Vivendi zu kaufen.

Zunehmend wird auf die Rendite bei allen Tochterunternehmen geachtet: „Ich möchte weniger Filme machen, aber eine höhere Rendite erzielen“, sagte Hubertus Meyer-Burckhardt, Geschäftsführer der Filmtochter Polyphon. Studio Hamburg dreht bereits erfolgreich an der Renditeschraube. Nach Firmenangaben wurden zum zweiten Mal in Folge der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 17 Prozent gesteigert. Absolute Zahlen hat der Ableger der ARD bisher noch nie bekannt. Willich begründet die Geheimhaltung der Bilanz mit sonst möglichen Wettbewerbsnachteilen gegenüber der privaten Konkurrenz. Auch Wettbewerber wie die Ufa, eine Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann, gibt keine Ertragszahlen bekannt.

Der Wachstumskurs der NDR–Tochter lässt sich bereits an Zahlen ablesen. Das Geschäftsvolumen belief sich im vergangenen Jahr auf 336 Mill. Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 293 Mill. Mit diesem Sprung haben die Hamburger die Münchener Konkurrenz Bavaria Film abgehängt. Die Tochter von BR, WDR, SWR und MDR hat durch den Verkauf der Tochter Odeon Film im vergangenen Jahr an den Filmunternehmer David Groenewold nur noch Erlöse von knapp 268 Mill. Euro. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2005/2006 (zum 31. Januar) lag der Umsatz des 1919 gegründeten Konzerns noch bei 310 Mill. Euro.

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