Filmbranche
Constantin erhält Filmrechte aus der Kirch-Pleite

Die Constantin Film erwartet einen Wachstumsschub aus der Kirch-Pleite: In den nächsten Jahren fallen die TV- und DVD-Rechte zahlreicher Kinostreifen, die einst von Kirch gekauft worden waren, an Constantin zurück. Der Stock der Firma schwillt dadurch mächtig an.

MÜNCHEN. „Mittelfristig wird Wachstum für die Constantin auch aus der Filmbibliothek kommen. Denn zwischen 2009 bis 2015 bekommen wir die Fernseh- und Home-Entertainment-Rechte vieler Kinofilme wie 'Im Namen der Rose' oder 'American Pie' von früheren Lizenznehmern wie der insolventen Kirch Media zurück“, sagte Vorstandschef Fred Kogel Handelsblatt.com. Die Vergabe von Fernseh- und DVD-Rechte aus Filmbibliotheken ist traditionell ein hoch rentables Geschäft. Durch den Rückfall alter Filmrechte baut die Filmfirma ihre bisherige Rechtebibliothek starkt aus. „Wir werden mit diesen Rechten dann für den deutschen und internationalen Rechtehandel über mehr als 200 Filme verfügen können“, sagt Kogel.

Die Aussichten der Münchener Firma sind gut. „Wir werden in diesem Jahr etwa zehn Filme produzieren. Unsere Hoffnungen ruhen vor allem auf „Der Baader Meinhof Komplex“ oder „Die Päpstin“. Insgesamt investieren wir über 70 Mill. Euro in deutsche und internationale Filme“., kündigt Kogel an. Bereits im vergangenen Jahr landete die Constantin mit der Literaturverfilmung „Das Parfüm“ einen Kassenschlager. Die Zahlen für das abgelaufene Jahr liegen noch nicht vor. Doch Kogel verspricht erneut eine Rekordbilanz. Die Constantin hatte vor Jahren mit knapp 248 Mill. Euro einen Rekordumsatz erzielt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 101 Mill. Euro.

» Weblog „Mediawatcher“: Hans-Peter Siebenhaar in medias res

Doch auch für die Constantin wachsen nicht mehr die Bäume in den Himmel. Der frühere Wachstumsmotor namens TV-Produktionen gerät wie auch bei der Konkurrenz ins Stocken. „Das TV-Geschäft ist hart und schnell. Doch ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserem kreativen potential unser hohes Niveau halten können“, sagt Kogel vorsichtig. „Wir werden circa 125 Mill. Euro mit Fernsehproduktionen umsetzen.“

Constantin Film ist seit Wochen ein Börsenliebling. Der Kurs entwickelte sich steil nach oben. Derzeit wird die Aktie über 18 Euro gehandelt. Vor vier Jahren erreicht der Kurs bei 2,32 seinen Tiefpunkt. Hintergrund für den Höhenflug an der Börse sind Gerüchte um eine mögliche Fusion mit der Münchener Medienfirma EM.TV. Constantin gehört zu über 90 Prozent der Schweizer Filmfirma Highlight. Constantin-Chef Fred Kogel will sich zu den Börsenspekulationen nicht äußern.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%