Filmproduktion
Ufa geht zurück in die Zukunft

Die Ufa knüpft an ihre Tradition an und will künftig wieder groß ins Kinofilmgeschäft einsteigen. Zunächst wollen die Berliner mit leichter Familienunterhaltung an ihre alten Erfolge anknüpfen. In Gesellschafterkreisen ist die neue Firmenstrategie nicht unumstritten.

CANNES. Trotz der größten Krise der Fernsehbranche seit der Einführung des privaten Rundfunks will die Ufa wachsen. Deutschlands größter Fernsehproduzent („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Soko Leipzig“, „Mogadischu“) setzt dafür auf den Einstieg ins Kinofilmgeschäft: „Durch die Ufa Cinema haben wir ein Umsatzwachstum“, sagte Ufa-Chef Wolf Bauer dem Handelsblatt auf der Fernsehmesse Mipcom in Cannes.

Der Filmmanager nannte zwar keine Zahlen. Unternehmensinsider gehen aber von einem Umsatzschub um rund zehn Prozent auf 330 Mio. Euro aus. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Ufa mit den Töchtern Teamworx und Grundy Light Entertainment („Deutschland sucht den Superstar“) knapp über 300 Mio. Euro.

Bauer hatte zusammen mit Thomas Friedel, früher Vorstand bei Constantin Film, und den beiden Teamworx-Geschäftsführern Nico Hofmann und Jürgen Schuster im Januar vergangenes Jahres Ufa Cinema gegründet. Damit wollen sie nach jahrzehntelanger Pause an die alte Kinotradition der Ufa anknüpfen.

Mittlerweile sind die ersten beiden Filme abgedreht. Den Auftakt zum Start von Ufa Cinema wird der Fußballfilm „Die Teufelskicker“ machen, nach dem gleichnamigen Buch- und Hörspielbestseller von Frauke Nahgang. Der fünf Mio. Euro teure Streifen startet am 11. März 2010 in den Kinos – rechtzeitig vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Ebenfalls abgedreht ist die 4,5 Mio. Euro teure Kinderbuchverfilmung „Hanni und Nanni“ von Enid Blyton. Derzeit laufen die Dreharbeiten für die Verfilmung des Bestsellers „Das Dschungelkind“ von Sabine Kuegler.

Bilanziell kann Ufa die Filme nach der Fertigstellung verbuchen. Das unternehmerische Risiko schätzt der Berliner Konzern als überschaubar ein: „Familienunterhaltung hat im Kino hohes Erfolgspotenzial“, sagt Bauer. Für die Kino- und DVD-Verwertung wurde bereits ein Kooperationsabkommen mit dem amerikanischen Medienkonzern NBC-Universal geschlossen.

Die Filme „Teufelskicker“ sowie „Hanni und Nanni“ sind nur der Auftakt. „Wir haben die Kraft, acht bis zehn Filme pro Jahr zu machen“, sagt Bauer. Er greift damit den bisherigen Platzhirsch Constantin Medien („Baader-Meinhof-Komplex“, „Wickie“) an, an dem der Medienunternehmer Leo Kirch maßgeblich beteiligt ist. Ufa gehört zu Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann.

Die Entscheidung der Ufa, ins Kinogeschäft einzusteigen, ist nicht unumstritten. In Gesellschafterkreisen wurde das hohe unternehmerische Risiko als Gegenargument angeführt: Fallen einige der Filme bei den Kinobesuchern durch, drohe schnell ein Millionenschaden, fürchten die Kritiker. Doch am Schluss konnten sich Bauer und seine Vertrauten durchsetzen.

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