Filmproduzent: Eichingers Tod hinterlässt eine Lücke

Filmproduzent
Eichingers Tod hinterlässt eine Lücke

Der Tod des legendären Constantin-Chefs Bernd Eichinger trifft den deutschen Film hart. Denn hiesige Produktionen sind zurzeit kaum gefragt. Eichinger war einer der wenigen, der es schaffte, das Publikum in die Kinosäle zu ziehen.
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Filmszene aus "Das Parfum": Bernd Eichinger erhielt für seine Produktionen viele Preise.Der Schock über den plötzlichen Tod des legendären Filmproduzenten Bernd Eichinger („Das Parfüm“, „Die unendliche Geschichte“, „Der Untergang“) ist groß. Denn der Verlust des Filmunternehmers trifft die Branche zu einer Unzeit. „Eichinger hinterlässt eine riesige Lücke“, sagte Beki Probst, Chefin des European Film Market auf der Berlinale, gestern dem Handelsblatt.

Die Branche ist aufgeschreckt. „Bernd Eichinger war einer der größten deutschen Produzenten, dass er nicht mehr da ist, reißt eine auf Jahre nicht zu schließende Lücke in unserer Branche“, bestätigte auch Alexander Thies, Vorsitzender des Vorstands des Branchenverbands Produzentenallianz. „Mit seinem Denken in großen und größten Dimensionen hat er uns allen entscheidende Impulse gegeben.“ Diesen Impuls brauchen die deutschen Filmproduzenten dringender denn je. Denn beim Publikum kommen die einheimischen Produktionen derzeit schlecht an. Der Marktanteil des deutschen Films sank nach Angaben der Marktforschung Rentrak EDI im vergangenen Jahr von 27 auf nur noch 14 Prozent. Unter den zehn meistgesehenen Filmen der vergangenen 52 Wochen ist kein einziger einheimischer Streifen mehr.

Selbst ein Klamaukfilm wie „Otto’s Eleven“ mit dem Komiker Otto Waalkes kam bislang nur auf rund 800000 Besucher. Einzige Lichtblicke waren die beiden Constantin-Streifen „Resident Evil“ und die Erich-Kästner-Verfilmung „Konferenz der Tiere“ mit jeweils 1,4 Millionen Zuschauern. Zum Vergleich: 2009 waren unter den 43 Filmen mit mehr als einer Million Besuchern 14 deutsche Produktionen. Das war ein Rekord.

Der geringe Marktanteil des deutschen Films im vergangenen Jahr ist umso verblüffender, als die Zahl der Produktionen nicht zuletzt dank großzügiger Filmförderung aus Steuermitteln boomt. Vor drei Jahren nahm auch der Medienkonzern Bertelsmann mit seiner Tochter Ufa Cinema die Kinoproduktion („Hanni und Nanni“, „Teufelskicker“) wieder auf.

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