Filmproduzent mit fast 100 Millionen Euro im Minus – Bilanz nicht fertig
Internationalmedia steht Wasser bis zum Hals

Der Münchener Filmproduzent IM Internationalmedia AG steht kräftig unter Druck: Nicht nur die Verluste steigen und das Geld wird knapp, es gibt auch Streit mit den Wirtschaftsprüfern über die Bilanz. Die Börse reagierte entsetzt auf die schlechten Nachrichten. Der Kurs brach gestern um knapp 20 % auf 0,70 Euro ein.

HB/jojo MÜNCHEN. Weil die „Ausstattung mit Liquidität ein kritischer Faktor“ sei, habe sich das im S-Dax notierte Unternehmen bei privaten amerikanischen Investoren einen Kredit in Höhe von 18 Mill. $ für zwölf Monate besorgt, teilte IM gestern mit. Das Geld soll unter anderem für die Vorproduktion von Filmen benutzt werden. Details zu dem Darlehen wollte IM aber nicht nennen.

Die Firma musste vergangenes Jahr erneut tief rote Zahlen hinnehmen. Der Verlust werde vermutlich 94,1 Mill. Euro betragen, hieß es in einer Mitteilung von IM. Vor allem Abschreibungen auf den Verkauf der Initial Entertainment Group hätten das Ergebnis belastet. Allerdings sei der Jahresabschluss noch nicht abgesegnet. Wegen unterschiedlicher Ansichten über die Bewertung von Filmvermögen würden die Wirtschaftsprüfer den Konzernabschluss wahrscheinlich nur unter Einschränkungen bestätigen. Zudem sei die Hauptversammlung von Ende Mai auf den 7. Juli verschoben worden.

IM ist nicht das einzige Filmunternehmen, das in Schwierigkeiten steckt. Die Berliner Senator Film AG musste jüngst Insolvenz anmelden. Die Kinderfilmproduzenten EM.TV, TV Loonland und RTV stecken ebenfalls tief in den roten Zahlen. Selbst der deutsche Marktführer Constantin Film musste vergangenes Jahr erneut einen Verlust ausweisen. Wettbewerber wie Advanced Medien oder Intertainment haben den Geschäftsbetrieb längst stark eingeschränkt. Und der ehemalige Börsenstar Kinowelt befindet sich nach der Pleite momentan wieder in der Aufbauphase.

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