Filmstudios und Kabelsender werden ausgegliedert
Viacom macht Fusion mit CBS rückgängig

Der US-Medienkonzern Viacom wird aufgespalten. Die Filmstudios und Kabelsender sollen in ein neues Unternehmen ausgegliedert werden, damit wird die Fusion mit CBS wieder rückgängig gemacht.

HB NEW YORK. Der Konzern hofft, dass die beiden Unternehmen so an Wert gewinnen. Das Board habe der Ausgründung zugestimmt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. „Manchmal ist eine Scheidung besser als eine Hochzeit“, sagte Viacom-Chairman und Chief Executive Officer Sumner Redstone der Nachrichtenagentur Reuters. „In diesem Fall wird eins und ein drei machen“.

In den vergangenen Jahren hatten die schwächeren Fernseh- und Rundfunk-Geschäfte die Viacom-Aktien belastet. Der Musikkanal MTV und der Kindersender Nickelodoen hingegen hatten zugelegt. Dem US-Konzern gehören auch 98 % der Anteile an dem deutschen Musikkanal Viva Media.

Das Geschäft mit Fernsehsendern und Radiostationen soll künftig wieder unter dem Namen CBS laufen und separat gelistet werden. Wie der Medienkonzern mitteilte, besteht die verbleibende Viacom aus dem wachstumsstärkeren Geschäft mit Kabelfernsehsendern, darunter auch MTV, sowie den Filmstudios. Damit wird die Fusion von Viacom und CBS aus dem Jahr 2000 überwiegend rückgängig gemacht. Überlegungen für einen solchen Schritt waren bereits im März bekannt geworden.

Viacom-CEO Sumner Redstone begründete das Vorhaben im Gespräch mit Dow Jones Newswires mit den vor allem technischen Veränderungen in der Medienlandschaft der vergangenen Jahre. Als Viacom gebildet worden sei, habe das Radio-Geschäft noch Wachstumsraten von 27 % erzielt, auch bei der Plakatwerbung seien zweistellige Zuwächse erzielt worden. Mittlerweile verzeichnet ein Teil des Unternehmens deutlich niedrigere Wachstumsraten als der andere, weshalb der Aktienkurs von Viacom stagniert. Von einer Trennung erhofft sich Redstone eine bessere Kursentwicklung für beide Konzernteile.

Im Rahmen der Trennung wird CBS auch einige ursprüngliche Viacom-Bereiche übernehmen. Die Aufspaltung soll im ersten Quartal 2006 abgeschlossen werden. Beide Unternehmen werden ihren Sitz in New York haben. Unklar blieb am Dienstag, ob der 82-jährige Viacom-CEO Sumner Redstone wie angekündigt im Amt bleibt und zusätzlich CBS-CEO wird. Sicher ist, dass er künftig als Chairman beider Unternehmen fungiert.

Die Aktien von Viacom haben sich am Dienstag im nachbörslichen Handel etwas fester gezeigt.

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