Filmtheaterbranche hofft auf Blockbuster
Herbert Kloiber baut Kinogeschäft aus

Die Sanierung der größten deutschen Kinokette Cinemaxx AG hat offenbar ein Happy End: Der Münchener Medienunternehmer Herbert Kloiber wird nach eigenen Angaben größter Einzelaktionär von Cinemaxx. Die Verträge über den Einstieg seines Medienunternehmens Tele-München-Gruppe (TMG) sollen bis Ende der Woche unterzeichnet sein. „Im Grunde steht der Deal“, sagte Kloiber dem Handelsblatt. Cinemaxx-Finanzvorstand Hartmut Scheunemann wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

DÜSSELDORF/HAMBURG. Der deutsche Kinomarkt ist seit Jahren unter Druck. Zu viele und zu große Multiplex-Kinos, unattraktive Hollywood-Filme und die Konkurrenz der DVD machen der Branche schwer zu schaffen. Das vergangene Jahr beendeten die Kinobetreiber nach Angaben der Filmförderungsanstalt mit einem Umsatz von nur noch 850 Mill. Euro – ein Jahr zuvor waren es noch 960 Mill. Euro gewesen. Die Zahl der Kinobesucher ging von knapp 164 Millionen auf 149 Millionen zurück. Und auch in den ersten drei Monaten 2004 sank die Zahl der Besucher – diesmal um knapp 8 %.

Große Hoffnungen setzt die Kinobranche derzeit in neue Blockbuster aus Hollywood. Am Donnerstag läuft der Sandalen-Film „Troja“ von Warner Bros. an – ein Werk des deutschen Regisseurs Wolfgang Petersen. Im Mai startet auch das Weltuntergangsdrama „The Day after Tomorrow“ von 20th Century Fox. Das neueste Abenteuer des Zauberlehrlings Harry Potter hebt sich Warner für den umsatzschwachen Sommer auf. Als DVD kann die Tochter des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner den Streifen dann rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in die Läden bringen.

Doch neue Filme allein können die deutschen Kinobetreiber nicht retten. „Der Kinomarkt ist mitten in der Konsolidierung“, sagt Florian Leinauer, Analyst bei Helaba Trust. Erst in der vergangenen Woche hatte Ufa-Chef Volker Riech einen Antrag auf Insolvenz für die traditionsreiche Ufa-Theater AG gestellt. „Das Problem der Branche in Deutschland ist, dass in den vergangenen Jahren überinvestiert wurde“, fügt Leinauer hinzu. Es sei den Multiplex-Häusern nicht gelungen, neue und vor allem ältere Besuchergruppen in die Kinopaläste zu locken.

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