Financial Times Deutschland
Schmerzhafter Abschied

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Torsten Riecke: Ein ehemaliger FTD-Redakteur

Der Gründungschefredakteur Andrew Gower sagte zu mir bei der Geburt der FTD: „Eine gute Zeitung will ihre Leser gut unterhalten und dabei Geld verdienen. Und wenn wir dabei auch noch etwas Spaß haben, umso besser.“

Die erste und letzte Aufgabe hat die FTD nicht immer, aber doch oft meisterlich erfüllt.

Torsten Riecke, von 1999 bis 2001 bei der FTD, derzeit Co-Ressortleiter im Ressort Meinung des Handelsblatts.

Kommentare zu " Financial Times Deutschland: Schmerzhafter Abschied"

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  • Schade um die FTD, nicht weil ich sie gerne gelesen habe, dazu war sie mir zu sehr auf Meinungsmache aus, sondern weil die FTD dem Handelsblatt Konkurrenz gemacht hat und damit deren Qualität enorm gesteigert hat.

    Ich hoffe, dass es durch das Fehlen des Rivalen nicht direkt wieder bergab geht.

  • Als die FTD sich öffentlich entschied, die Finanzkrise schönzureden, hatte sie m.E. den ersten Spatenstich für ihr Grab gesetzt.

    Schade um die Kolumne "Das Kapital", des erfrischend anderen Blickwinkels wegen. Und schade, dass erst der Link zur Jungen Welt den Autoren erahnen lässt.

    Dass im Handelsblatt Gabor Steingart vor 1 1/2 Jahren den angeblichen Abbau des Sozialstaats als Unsinn brandmarkte und zum Rühren an den Pensionen und Renten aufforderte, wenn auch "zum Preis eines Aufstandes" blieb trotzdem folgenlos.

    Er fühlte sich anschließend nicht genötigt, zurückzutreten á la Horst Köhler, aber das scheint wohlnur daran zu liegen, dass den Leitartikel nicht einmal die eigenen Redakteure kennen. Oder wie soll man es verstehen, wenn völlig ernsthaft über einen 5 Mrd Euro schweren Pensionsfonds berichtet wird - bei künftigen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 5 BILLIONEN? (Von denen man dank Horst Köhler wissen könnte.)

    Marktstrategisch hatte das Handelsblatt schließlich die Nase vorn. Bei der Erschließung neuer Kundenfelder orientierte man sich links der Mitte und sucht seitdem, sich mit sozialdemokratischer Polemik zu profilieren. Anscheinend mit Erfolg.

    Leider geht das zu Lasten der Sachlichkeit:

    Denn an das Interview mit Klaus Kaldemorgen, WAS Per Steinbrück in seinen Vorträgen denn so von sich gab, scheint sich beim Handelsblatt auch keiner mehr zu erinnern. Im Vergleich zum Inhalt war die Dotierung seiner Vorträge eher langweilig zund nahezu unschädlich.

    Aber wes' Geld ich nehm'...

    PS:

    "Im ausklingenden 19. Jahrhundert"...?
    Herr Enzweiler, ja, Sie haben aufmerksame Leser.
    Sie können Ihren Test jetzt korrigieren.

  • Leider hat es auch die FTD versäumt, wirklich kritische Themen anzusprechen - als da zu nennen wären:
    1.) Der Weg der Öko-Energie ist ein Irrweg. Die Zukunft der Energieversorgung der Menschheit liegt in der Kernenergie, in Reaktoren der 3. und 4. Generation. Obwohl dies jeder Ingenieur aus der Branche weiß, hat auch die FTD nicht das Maul aufgekriegt und vor der Obrigkeit mit ihrem Windmühlen- und Sonnenplatten-Blütentraum geduckt.
    2.) Die vom BMF abgesegnete Zwangsumschuldung der Kleinsparer, die der griechische Umschuldung nicht zugestimmt haben, war das größte Verbrechen der BRD seit der Enteignung der Juden im Dritten Reich. Auch hier hat die FTD nicht das Maul aufgekriegt, sondern vor der Obrigkeit geduckt. Länder wie Argentinien sind ebenfalls nicht besser als das Dritte Reich, denn auch dort werden Sparer und Unternehmer systematisch enteignet - mit Rückendeckung der Politik hierzulande. Auch dazu hat die FTD das Maul nicht aufgekriegt. Hier geht es um elementare Grundsätze der Rechtstaatlichkeit, die über Bord geworfen werden - ohne dass die FTD das Maul aufgekriegt hat.
    3.) Das größte Problem der Menschheit ist die Bevölkerungsexplosion. Die Menschheit steuert auf eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes zu. Hier hätte die FTD wachrütteln müssen, doch auch dort hat sie geduckt. Denn es gibt handfeste Wirtschaftsinteressen, die von der Zerstörung der Erde infolge der Bevölkerungsexplosion profitieren. Ohne Bevölkerungsexplosion würde das Wirtschaftswachstum der Erde einbrechen. Es ist beschämend, dass die FTD nicht die Chance genutzt hat - und die Menschen wachzurütteln.
    4.) Der Staat dehnt sich auch in der BRD wie eine Seuche aus. Privatinitiative wird massiv zurückgedrängt. Zu dem Rekommunalisierungswahnsinn - um eine Beispiel zu nennen - fehlten kritische Worte der FTD - man duckte vor der Politik.

    Fazit: Ja-Sage- und Kuscheljournalismus, der den Finger nicht in die Wunde legt, ist überflüssig.

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