Finanzierungsmöglichkeiten
Drillisch vertraut bei möglicher Mobilcom-Übernahme auf Banken

Bei der Büdelsdorfer Mobilcom bahnt sich ein Übernahmeversuch an. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, sind die Banken bereit, dem hessischen Serviceprovider Drillisch einen größeren Kreditrahmen einzuräumen, um Mobilcom ein Übernahmeangebot zu unterbreiten.

HAMBURG. Drillisch-Vorstandssprecher Paschalis Choulidis wollte sich hierzu auf Anfrage nicht äußern. Er betonte lediglich, dass ihm die Banken sehr nahe stünden. Das Maintaler Unternehmen war am gestrigen Dienstag mit mehr als neun Prozent überraschend bei Mobilcom eingestiegen. Den Kauf des Aktienpaketes, das an Börse rund 100 Mill. Euro wert ist, hatte Drillisch größtenteils fremdfinanziert.

Drillisch würde bei einer Übernahme von Mobilcom seine Kundenbasis deutlich um mehr als fünf auf knapp sieben Millionen erweitern und zum zweitgrößter Serviceprovider in Deutschland aufrücken. Marktführer ist hier Debitel mit mehr als neun Mill. Kunden. Der Kurs von Drillisch legte am Dienstag leicht um 0,95 Prozent auf 5,30 Euro zu, die Notierung von Mobilcom stieg um ein Prozent auf 18 Euro.

Für die deutlich kleinere Drillisch AG wäre eine Übernahme von Mobilcom finanziell machbar, heißt es in Finanzkreisen. Der Drillisch-Vorstand könnte den Kaufpreis unter dem Strich auf rund eine halbe Mrd. Euro reduzieren, indem er sich nach dem Kauf von der Mehrheitsbeteiligung an der Mobilcom-Tochter Freenet trennt. Freenet ist an der Börse mit 1,2 Mrd Euro bewertet. Mobilcom ist an Freenet mit mehr als 50 Prozent beteiligt.

Auch Analysten halten einen Übernahmeversuch von Drillisch für möglich. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass Drillisch an der Spitze einer Gruppe von Investoren steht, um Mobilcom zu zerschlagen“, sagt Frank Rothauge, Analyst bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim. Ähnliche Töne schlägt Heike Pauls, Analystin bei der Frankfurter Commerzbank, an. „Ich schließe einen Übernahmeversuch für Mobilcom seitens Drillisch nicht aus, aber dies wäre für Drillisch finanziell schwer zu stemmen. Denn meines Erachtens müsste das Unternehmen allein für den Serviceprovider mehr als 500 Mill. Euro zahlen“, sagt die Analystin.

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