Finanzinvestor
Private Equity sucht erneut Erfolg mit Chips

Erfolgreiche Investments sehen anders aus: Bisher sind Finanzinvestoren in der Chipbranche sang und klanglos gescheitert. Trotz der Flops wagt sich jetzt mit Apollo wieder ein Investor in die Chipindustrie. Einem Insider zufolge will Apollo den Deal ohne Kredite stemmen.

FRANKFURT/MÜNCHEN. 4,5 Mrd. Euro haben die Finanzinvestoren KKR und Silverlake vor drei Jahren für die Mehrheit an der Chipsparte von Philips bezahlt. Inzwischen hat KKR den Wert des Unternehmens, das heute NXP heißt, in seiner Bilanz auf null abgeschrieben. Noch mehr Geld in den Sand gesetzt hat ein Konsortium von Blackstone, Carlyle und Texas Pacific. Die Private-Equity-Häuser haben für Freescale, den ehemaligen Halbleiterbereich von Motorola, im Jahr 2006 17,6 Mrd. Dollar überwiesen. Freescale ist heute nur ein Bruchteil dessen wert, was die Vermögensverwalter einst dafür ausgegeben haben.

Trotz dieser Flops wagt sich jetzt mit Apollo wieder ein Finanzinvestor in die Chipindustrie. Über eine Kapitalerhöhung steigen die Amerikaner beim verlustreichen Münchener Halbleiterproduzenten Infineon ein. Hinter dem Deal stecke eine einfache Überlegung, berichten Insider: „Das Asset an sich ist nicht schlecht, vor allem aber ist es spottbillig.“ Der zweitgrößte europäische Halbleiterproduzent wird an der Börse derzeit mit knapp zwei Mrd. Euro und damit deutlich weniger als einem Jahresumsatz bewertet. Für Freescale haben die Investoren noch das Zweieinhalbfache hingelegt.

Angesichts des durch die Rezession veränderten Umfelds geht Apollo ganz anders vor als die Konkurrenten vor drei Jahren. Damals haben KKR & Co das klassische Private-Equity-Geschäftsmodell angewandt: Dabei haben die Fonds ihre Übernahmen weitgehend mit Krediten finanziert. Dieses Modell hat angesichts der Bankenkrise momentan keine Chance. Die Institute stellen kaum Fremdkapital zur Verfügung.

Das liegt nicht nur an der Finanzkrise, es gibt auch andere Gründe: Freescale und NXP sind unter der Schuldenlast, die ihnen die neuen Eigentümer aufgebürdet haben, fast zusammengebrochen. NXP konnte sich zuletzt nur durch Verkäufe von Unternehmensteilen über Wasser halten. Um zu überleben, mussten die Niederländer im Frühjahr ihre Anleihegläubiger bitten, auf einen großen Teil der Rückzahlung zu verzichten.

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