Finanzinvestoren machen Kasse
Premiere-Chef bald auch größter Einzelaktionär

Etwa sechs Monate nach dem Börsengang von Premiere haben die beteiligten Finanzinvestoren Kasse gemacht und einen Großteil ihrer Aktien wieder verkauft. Damit könnte Unternehmenschef Georg Kofler größter Anteilseigner des Bezahlsenders werden.

HB MÜNCHEN. Die Beteiligungsgesellschaft Permira als bisher größter Aktionär, die BayernLB, die Hypo-Vereinsbank und die österreichische Bawag trennten sich am Mittwoch von 20,76 Millionen Premiere-Aktien. Das Paket entspricht etwa 25 % an Premiere und hat einen Börsenwert von fast einer halben Milliarde Euro. Falls alle Aktien platziert werden, reduzieren die Finanzinvestoren ihren Anteil auf 8,5 %. Der Ausstieg der Großaktionäre belastete den Premiere-Aktienkurs.

Premiere kann nach Einschätzung von Vorstandschef Georg Kofler vom Ausstieg der Finanzinvestoren profitieren. „Damit wird viel Spekulationsdruck herausgenommen“, sagte Kofler der dpa. Da bekannt gewesen sei, dass Permira die Beteiligung irgendwann reduziere, seien zuletzt auch Hedge-Fonds aktiv gewesen. Nun sei die Aktie berechenbarer und liquider geworden, der Streubesitz steige. Kofler selbst ist nun mit knapp 14 % der Anteile größter Einzelaktionär.

Kofler hatte die Geschäftsführung von Premiere Anfang 2002 übernommen und den Sender zunächst mit massiven Einsparungen auf Kurs gebracht. Im März dieses Jahres brachte er den Sender dann an die Börse. „Ich freue mich, dass mutige Investoren belohnt werden“, erklärte Kofler. „Jetzt ist daraus ein erfolgreiches Geschäft geworden.“ Er selber wolle keine Anteile verkaufen, betrachte sein Engagement als langfristig, sagte Kofler. Zudem sei er noch bis März an eine im Rahmen des Börsengangs gegebene Haltepflicht (Lock-up) gebunden.

Permira sowie die Banken HVB Group, BayernLB und Bawag waren Anfang 2003 bei Premiere mit insgesamt 88,5 % eingestiegen. Die Finanzfirmen hatten ihre Beteiligungen in der Fernseh Holding III S.à.r.l. in Luxemburg gebündelt. Durch den Verkauf sank der Permira-Anteil an Premiere von 23,7 auf 5,9 %. Auch die Beteiligungen von Hypo-Vereinsbank und BayernLB (bisher jeweils 4,3 %) sowie der Bawag (bisher 1,5 %) reduzieren sich entsprechend um drei Viertel. Lehman Brothers sollte die Aktien im Auftrag der Holding an institutionelle Investoren verkaufen.

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