Finnland will sich von Aktien trennen
Telia-Sonera-Aktien unter Druck

Der Telekommunikationskonzern Telia-Sonera verliert ein Stück staatliche Kontrolle. Finnland will seine Beteiligung an dem Unternehmen weiter reduzieren und mit einem am Mittwoch gestarteten Aktienverkauf bis zu 1,37 Mrd. € erlösen. Der Kurs der Telia-Sonera-Aktien litt unter einer Abschreibung des Buchwerts der internationalen Netzwerk-Sparte des Konzerns.

HB HELSINKI/LONDON. Das finnische Transport- und Kommunikationsministerium teilte in Helsinki mit, der Staat werde zunächst 250 Mill. Telia-Sonera-Aktien oder 5,3 % des Kapitals zum Kauf anbieten. Bei einer guten Nachfrage der Investoren würden weitere 50 Mill. Aktien zum Verkauf angeboten. Maximal werde der finnische Staat damit insgesamt 6,4 % des Börsenkapitals von Telia-Sonera veräußern. Derzeit hält die Regierung noch rund 19,1 % an dem Ende 2002 aus Telia und Sonera geschmiedeten Unternehmen, das in Skandinavien zu den führenden Telekom-Anbietern gehört.

Laut Wertpapierhändlern platzierten die Investmentbanken Morgan Stanley und Enskilda Securities die Aktien zu einem Preis zwischen 39,95 und 40,50 schwedischen Kronen. An den Börsen in Stockholm und Helsinki rutschten die Aktien von Telia-Sonera unter diese Spanne und büßten bei einem behauptetem Branchentrend knapp vier Prozent ein. Analysten sagten, weder die Abschreibung noch der Anteilsverkauf des finnischen Staats kämen überraschend. Der Kursabschlag sei daher nur eine kurzfristige Reaktion des Kapitalmarktes.

Esa Hirvonen, Analyst bei Mandatum Stockbrokers, erklärte den Kursverlust mit Unklarheiten über den Aktienverkauf durch den schwedischen Staat. „Die Platzierung des schwedischen Staatsanteils ist noch nicht abschließend geklärt“, sagte der Analyst. Schwedens Industrieminister Thomas Ostros sagte in Stockholm, seine die Regierung plane derzeit keinen Aktienverkauf. Der schwedische Staat hält noch gut 45 % der rund 4,68 Mrd. Aktien von Telia-Sonera.

Die rund 387 Mill. € umfassende Abschreibung des Buchwerts der Sparte Internationale Netze auf Null begründete Telia-Sonera mit fallenden Marktpreisen. Telia-Sonera-Chef Anders Igel sagte, zu der Abschreibung habe es keine Alternative gegeben, da eine Verbesserung der Ergebnissituation schwer falle. Analysten sagten, die bereits seit längerem unprofitable Netzwerk-Sparte leide unter Überkapazitäten im Markt, was einen Preisdruck zur Folge habe.

Der Buchwert der Sparte, die anderen Unternehmen Kommunikationsverbindungen im In- und Ausland anbietet, betrug bislang rund 3,4 Mrd. Kronen. Die Abschreibung wird nach Unternehmensangaben das Quartalsergebnis im vierten Vierteljahr belasten, aber keinen Abfluss von Finanzmitteln zur Folge haben. Im dritten Quartal hatte das Vorsteuerergebnis (Ebit) von Telia-Sonera rund 17,5 Mrd. Kronen betragen.

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