Firmen-IT: Das Diensthandy hat ausgedient

Firmen-IT
Das Diensthandy hat ausgedient

Immer mehr Mitarbeiter bringen ihre eigenen Smartphones und Tablet-Computer mit zur Arbeit. Für Unternehmen ist das Fluch und Segen zugleich. Niedrigeren Kosten stehen größere Gefahren für die Sicherheit gegenüber.
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HannoverEs war Steve Jobs, der die größte Veränderung in der Unternehmens-IT seit Jahrzehnten ausgelöst hat. Der Gründer von Apple hat mit iPhone und iPad Produkte geschaffen, auf die Millionen Menschen auch im Job nicht verzichten möchten. Die meisten Arbeitgeber sind aber nicht bereit, in die teure Hardware zu investieren. Deshalb bringen immer mehr Menschen ihre eigenen Smartphones und Tablet-PCs mit ins Büro. Viele Unternehmen sehen dies mit gemischten Gefühlen. "Die Kosten sind natürlich ein wichtiger Punkt", sagt Jeanette Horan, IT-Chefin von IBM.

Die IT-Abteilung des US-Konzerns muss jetzt nicht mehr nur eine Handymarke und ein Notebook-Modell unterstützen, sondern viele verschiedene Geräte. Neben den Apple-Produkten sind das vor allem Mobiltelefone und Tablet-Rechner mit dem Android-Betriebssystem von Google. Trotzdem dürfen die Angestellten von IBM inzwischen mit privaten Apparaten arbeiten. "Wir haben entschieden, dass wir diesen Trend unterstützen. Die Kosten, die durch enttäuschte Mitarbeiter verursacht werden, sind im Zweifel höher", sagt Horan.

Dienstliches und Privates trennen

Nicht nur IBM, immer mehr Unternehmen gehen so vor. Doch für Firmen ist es nicht ganz einfach, das in der IT-Welt unter "Bring your own device" (BOYD) bekannt gewordene Konzept umzusetzen: Es gibt sowohl rechtliche als auch technische Hürden. "Dienstliche und private Daten müssen zwingend getrennt werden", sagt Ulrich Baumgartner, Datenschutzexperte der Kanzlei Osborne Clarke. Allein schon, um sensible Informationen zu schützen, dürfe kein Unternehmenswissen auf den Geräten der Beschäftigten gespeichert werden. Doch das ist noch nicht alles.

"Es ist in jedem Fall empfehlenswert, den Betriebsrat einzubeziehen", meint Baumgartner. So sei zu klären, was als Arbeitszeit zähle, wenn ein Mitarbeiter mit dem eigenen Gerät zu Gange ist - und was nicht. Oft sei es da am sinnvollsten, eine Betriebsvereinbarung abzuschließen. Noch etwas ist kritisch. Wenn einige Teammitglieder auf ihren modernen, mobilen Geräten mit Hilfe von sozialen Netzen zusammenarbeiten, andere sich aber darauf beschränken, vom eigenen Schreibtisch aus über E-Mails zu kommunizieren. So können Prozesse schnell ins Stocken geraten.

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Private Geräte vorher auf Viren prüfen

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