Firmen testen Tablet-PC: Wenn das iPad den Wein zum Essen empfiehlt

Firmen testen Tablet-PC
Wenn das iPad den Wein zum Essen empfiehlt

In den Unternehmen rund um den Globus macht sich dank iPad Experimentierlust breit. Auf der einen Seite geht es um Apps, um den Kunden neue Dienstleistungen zu bieten und diese zu binden, auf der anderen Seite aber auch um die Frage, wie der Tablet-PC sinnvoll im Unternehmen genutzt werden kann. Auch deutsche Unternehmen experimentieren.
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DÜSSELDORF. Die Überraschung war groß: Als Peter Wirnsperger bei seinem USA–Besuch den Kellner im Restaurant nach der Weinkarte fragte, reichte ihm dieser ein iPad. Auf dem Display konnte der Berater bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte per Fingerwisch zwischen rund 1.000 verschiedenen Sorten wählen.

Ein Sommelier? Fehlanzeige. Auf Fingertipp informierte der Tablet-PC über Lagen und Geschmacksrichtungen der Weine und über die Weingüter. Nachdem sich Wirnsperger entschieden hatte, musste er nur noch den Bestellbutton berühren und die Daten wurden an den Weinkeller übertragen. „Bei einer so großen Auswahl hätte mir der Kellner auch nicht besser helfen können“, sagt der IT-Experte.

Ob Restaurants, Hotels, Tourismusunternehmen, Medien oder Handel – in den Unternehmen rund um den Globus macht sich Experimentierlust breit. Der Grund ist das iPad. „Wir befinden uns zurzeit noch in einer Laborphase. Viele Unternehmen haben ein, zwei Geräte gekauft und probieren nun damit herum“, so Wirnsperger.

Ergo will investieren

Auf der einen Seite geht es um Apps, um den Kunden neue Dienstleistungen zu bieten und diese zu binden, auf der anderen Seite aber auch um die Frage, wie der Tablet-PC sinnvoll im Unternehmen genutzt werden kann. So denkt der Versicherungskonzern Ergo über einen Einsatz im Außendienst nach. „Der Vorteil beim Kundengespräch wäre: Das Gerät lässt sich leicht bedienen und erleichtert die Präsentation“ sagt Dirk Salz, Leiter IT-Strategie bei der Ergo Versicherungsgruppe. Berater könnten das iPad flach auf den Tisch legen, so dass der Kunde sieht, was der Fachmann eingibt und nicht länger auf der toten Seite des PC-Bildschirms ausharren muss.

Diesen Vorteil wollen auch die Automobilhersteller nutzen. Mercedes-Benz beispielsweise testet den Tablet-PC in 40 Autohäusern in den USA. Die Verkäufer können im Kundengespräch Konditionen abrufen und Leasingraten berechnen. Die anderen großen Autobauer werden folgen. Zudem bieten inzwischen alle Autofirmen Apps, mit denen iPad-Nutzer in den digitalen Kundenmagazinen schmökern können.

Auch Otto schwärmt vom iPad

Der Versandhändler Otto verspricht sich viel von dem iPad. Es sei die fehlende Verbindung zwischen Katalog und Internet, schwärmt Vorstandschef Hans-Otto. So sollen Kunden künftig auf dem iPad im Katalog schnuppern und direkt bestellen können. Wenn es so einfach geht, vielleicht wird ja auch mehr bestellt.

Auch die Geschäftskundentochter der Deutschen Telekom, T-Systems, bastelt an neuen Ideen für den Einsatz der neuesten Apple-Erfindung. „Das iPad ist für uns ein sehr wichtiges Thema, weil auch die Unternehmen immer mehr Anwendungen mobil ausführen wollen“, sagt Ronny Franke von T-Systems Multimedia Solutions. Er geht davon aus, dass in zwei bis drei Jahren 20 Prozent des Umsatzes von zuletzt rund 110 Millionen Euro seiner Internetsparte vom mobilen Internet stammen. Heute ist der Anteil verschwindend gering.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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