Firmensoftware
Microsoft wildert im Revier von SAP

Microsoft stärkt sein Geschäft mit Firmensoftware und kauft vier kleine Spezialisten. Der Softwareriese vollzieht damit einen kleinen Strategiewechsel. Neben globalen Softwarelösungen für Großkunden will Microsoft künftig auch Spezial-Software für mittelständische Kunden anbieten - und SAP damit Konkurrenz machen.

FRANKFURT. Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft stärkt mit vier kleineren Zukäufen sein Geschäft mit Firmensoftware. Das Unternehmen erwirbt von relativ unbekannten Firmen das Know-How sowie Patente in den Bereichen Fertigung, Dienstleistung und Handel. Angaben zum Volumen der Transaktionen machten die beteiligten Unternehmen nicht.

"Wir bauen damit unserer Branchen-Know-How für mittelständische Kunden deutlich aus", erklärte Crispin Read, General Manager von Microsoft Dynamics ERP, der Firmensoftware-Sparte. Die Zukäufe markieren zugleich einen kleinen Strategiewechsel von Microsoft. Während das Unternehmen größere Kunden wie bisher mit kompletten Software-Paketen versorgen will, soll bei kleineren Firmenkunden stärker Partner ins Boot geholt werden.

"Wir liefern die Basisfunktionalitäten für die kleineren Kunden, unsere auf Branchen spezialisierten Partner entwickeln dann darauf aufsetzend die passende Lösung für einzelne Branchen", erläuterte Read.

Man habe festgestellt, dass im kleineren Mittelstand eine Standardlösung quer über alle Branchen nicht zu verkaufen sei. "Gerade viele kleine Firmen unterscheiden sich im Geschäftsmodell oder anderen Dingen. Hier können wir als Microsoft selbst nicht jeden Wunsch erfüllen und brauchen unsere Partner", sagte Read.

Bei den Zukäufen handelt es sich um Fullscope, einen Spezialisten für Fertigungsprozesse, Computer Generated Solutions Inc., die auf Dienstleistungen ausgerichtet sind, sowie die beiden Handelssoftware-Spezialisten LS Retail EHF und To-increase Denmark A/S. Read schloss weitere Zukäufe nicht aus, um das Branchenangebot auszubauen.

Analysten der Gartner-Gruppe empfehlen der Software-Branche seit längerem intensivere Partnerschaften. "Sie werden extrem wichtig, weil die Notwendigkeit, geografisch breiter aufgestellt und vertikal integriert zu sein, deutlich steigt", mahnte Tom Eid, Forschungschef von Gartner, bereits im März diesen Jahres. Nur wer das beherzige, könne die Folgen der aktuellen Krise abfedern.

Der Strategieschwenk dürfte auch in Walldorf beim Branchenprimus SAP für hohe Aufmerksamkeit sorgen. Microsoft adressiert in erster Linie den Mittelstands-Markt, also Unternehmen ab 150 PC-Arbeitsplätzen. In dieses Geschäft drängen auch die Walldorfer mit ihren Produkten, da im Kerngeschäft mit den Konzernen der Markt als nahezu gesättigt gilt.

Seite 1:

Microsoft wildert im Revier von SAP

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%