Firmenumbau
Kodak strampelt sich aus der Insolvenz

Als Erfinder der Handkamera hat Kodak lange Zeit seine Stellung als Fotoriese gehalten. Doch das Unternehmen verpasste den digitalen Wandel und ging pleite. Jetzt kehrt Kodak zurück - ausgerechnet als Technologiefirma.
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New York/RochesterEastman Kodak kann neu durchstarten: Das traditionsreiche US-Unternehmen ist am Dienstag aus der Insolvenz entlassen worden. Kodak habe die letzten Schritte seiner Umstrukturierung entsprechend des US-Insolvenzrechts abgeschlossen, erklärte der Chef des Foto- und Kamerapioniers, Antonio Perez.

Das Unternehmen verlässt den Gläubigerschutz (Chapter 11) und stellt sich als eine auf Geschäftskunden konzentrierte Technologiefirma neu auf, wie Kodak mitteilte. Das Unternehmen sei auf dem Weg zu rentablem Wachstum, sagte Perez. „Wir haben die richtige Technologie zur richtigen Zeit.“

Zuvor hatte der Konzern die Finanzierung seines Neustarts gesichert. Damit beendet das Unternehmen ein 20-monatiges Insolvenzverfahren. Kodak hatte im Januar 2012 nach mehr als 130 Jahren Firmengeschichte Konkurs angemeldet. Ein New Yorker Gericht hatte am 20. August den Umstrukturierungsplan des insolventen Unternehmens gebilligt, damals erklärte Kodak aber, dass die letzten Schritte noch nicht abgeschlossen seien.

Kodak hatte einst die Geschichte der klassischen Fotografie geprägt. Der Hersteller des ersten Verbraucher-Fotoapparats wurde in den vergangenen Jahren aber vom Wandel zu digitalen Bildern überrollt. Der einst sehr reiche Konzern aus Rochester bei New York musste im Januar 2012 nach einem jahrelangen Überlebenskampf Insolvenz anmelden. Seitdem fiel rund jeder zweite Job weg: Kodak ging ins Insolvenzverfahren mit rund 17.000 Mitarbeitern und soll nun etwa 8500 haben. Schon vor der Insolvenz hatte Kodak mehrere zehntausend Arbeitsplätze gestrichen.

Kodak befreite sich in dem Verfahren von Milliarden an Schulden, zugleich wurde Perez verlustbringende Bereiche los. So ging das traditionsreiche Geschäft mit Kleinbildfilmen an den britischen Pensionsfonds, einen der größten Gläubiger von Kodak. Das neue Unternehmen soll in diesem Jahr einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar erwirtschaften - nach über sechs Milliarden Dollar im Jahr 2011.

Ein entscheidender Baustein für die Rettung kam im Dezember, als Kodak nach langem Ringen im Dezember seine Digitalfoto-Patente für gut eine halbe Milliarde Dollar loswurde. Käufer war eine Gruppe von Technologiekonzernen wie Apple, Google, Samsung und Microsoft. Der Verkauf der Patente war eine Grundbedingung für den Neustart, sonst hätten Banken einen notwendigen Kredit nicht gewährt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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