Fitbit, Twitter, Gopro

Bitteres Erwachen für die Einhörner

Einst war Fitbit, der Hersteller von Fitness-Armbändern, ein strahlendes Einhorn am Start-up-Himmel. Doch diese Tage sind gezählt. Die einstigen Hoffnungsträger des Silicon Valley haben ein großes Problem.
Kommentieren
Der Aktienkurs des Unternehmens geht erneut auf Talfahrt. Quelle: AP
Fitbit-Chef James Park

Der Aktienkurs des Unternehmens geht erneut auf Talfahrt.

(Foto: AP)

San FranciscoEs war ein schwarzer Börsentag für Fitbit. Satte 20 Prozent sackte die Aktie des Marktführers bei Fitness-Armbändern am Montag nach Vorlage der jüngsten Zahlen ab. Nicht etwa weil das Weihnachtsquartal schlecht gewesen wäre. Doch die Zahlen hätten besser sein können.

Der Ausblick macht Analysten und Investoren zu schaffen. Für das Weihnachtsquartal gab es zwar ein sattes Umsatzplus bei dem Gerätehersteller aus San Francisco. Aber die Gewinnerwartungen wurden haushoch verfehlt.

Der Grund sind Investitionen in neue Produkte und Marketing, um in einem immer wettbewerbsintensiveren Markt mithalten zu können. Herzschlag, Schlafrhythmus, Schritte oder Kalorien zählen heute jede Menge Wettbewerber. Mit einer Smartwatch für 200 Dollar will Fitbit zudem ab März den Verfolger Apple auf Distanz halten. Die Apple Watch ist zwar auch kein bombastischer Erfolg. Aber besser als der Rest verkauft sie sich allemal.

Laut Strategy Analytics hat im vierten Quartal der Verkauf von Smartwatches mit 8,1 Millionen Stück zwar den von Schweizer Armbanduhren mit 7,9 Millionen zum ersten Mal übertrumpft. Aber Fitbit profitiert nicht wie gewohnt. Über 50 Prozent davon kommen aus Cupertino.

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
1 von 10

Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
2 von 10

Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
3 von 10

Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
4 von 10

Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
5 von 10

Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
6 von 10

Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
7 von 10

Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

Fitbit ist nicht alleine mit seinen Daseinsproblemen. Die führende Datenbank für Venture Capital in den USA, CBInsights, veröffentlichte jüngst eine Grafik von JP Morgan über die Performance von früheren Unternehmen mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde Dollar am privaten Kapitalmarkt und wie sie sich am Aktienmarkt geschlagen haben.

Die Resultate dieser sogenannten „Einhörner“, sind eindeutig und in einer Grafik der Banker unmissverständlich dargestellt: Sie zeigt ein Einhorn, das sich in Regenbogenfarben übergibt. Die Banker und ihre Kunden haben vielleicht viel Geld verloren, aber wenigstens nicht den Humor.

Einmal raus aus dem magischen Zauberwald der sich immer weiter aufheizenden Pseudo-Bewertungsmilliarden wird der Wind schnell rau, wenn man nicht Google oder Facebook heißt und ein Quasi-Monopol sein eigen nennt. Für Risikokapitalinvestoren und Anleger nehmen die Probleme nur noch zu.

Die Bewertungen schmelzen dahin
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Fitbit, Twitter, Gopro - Bitteres Erwachen für die Einhörner

0 Kommentare zu "Fitbit, Twitter, Gopro: Bitteres Erwachen für die Einhörner"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%