Fitbit, Twitter, Gopro
Bitteres Erwachen für die Einhörner

Einst war Fitbit, der Hersteller von Fitness-Armbändern, ein strahlendes Einhorn am Start-up-Himmel. Doch diese Tage sind gezählt. Die einstigen Hoffnungsträger des Silicon Valley haben ein großes Problem.
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San FranciscoEs war ein schwarzer Börsentag für Fitbit. Satte 20 Prozent sackte die Aktie des Marktführers bei Fitness-Armbändern am Montag nach Vorlage der jüngsten Zahlen ab. Nicht etwa weil das Weihnachtsquartal schlecht gewesen wäre. Doch die Zahlen hätten besser sein können.

Der Ausblick macht Analysten und Investoren zu schaffen. Für das Weihnachtsquartal gab es zwar ein sattes Umsatzplus bei dem Gerätehersteller aus San Francisco. Aber die Gewinnerwartungen wurden haushoch verfehlt.

Der Grund sind Investitionen in neue Produkte und Marketing, um in einem immer wettbewerbsintensiveren Markt mithalten zu können. Herzschlag, Schlafrhythmus, Schritte oder Kalorien zählen heute jede Menge Wettbewerber. Mit einer Smartwatch für 200 Dollar will Fitbit zudem ab März den Verfolger Apple auf Distanz halten. Die Apple Watch ist zwar auch kein bombastischer Erfolg. Aber besser als der Rest verkauft sie sich allemal.

Laut Strategy Analytics hat im vierten Quartal der Verkauf von Smartwatches mit 8,1 Millionen Stück zwar den von Schweizer Armbanduhren mit 7,9 Millionen zum ersten Mal übertrumpft. Aber Fitbit profitiert nicht wie gewohnt. Über 50 Prozent davon kommen aus Cupertino.

Fitbit ist nicht alleine mit seinen Daseinsproblemen. Die führende Datenbank für Venture Capital in den USA, CBInsights, veröffentlichte jüngst eine Grafik von JP Morgan über die Performance von früheren Unternehmen mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde Dollar am privaten Kapitalmarkt und wie sie sich am Aktienmarkt geschlagen haben.

Die Resultate dieser sogenannten „Einhörner“, sind eindeutig und in einer Grafik der Banker unmissverständlich dargestellt: Sie zeigt ein Einhorn, das sich in Regenbogenfarben übergibt. Die Banker und ihre Kunden haben vielleicht viel Geld verloren, aber wenigstens nicht den Humor.

Einmal raus aus dem magischen Zauberwald der sich immer weiter aufheizenden Pseudo-Bewertungsmilliarden wird der Wind schnell rau, wenn man nicht Google oder Facebook heißt und ein Quasi-Monopol sein eigen nennt. Für Risikokapitalinvestoren und Anleger nehmen die Probleme nur noch zu.

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Bitteres Erwachen für die Einhörner

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Die Bewertungen schmelzen dahin

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