Floating Record
Die schwebende Schallplatte

Eine Nostalgiewelle hat den Musikmarkt schon lange erfasst. Schallplatten-Fans dürfen sich jetzt aber auf ein besonderes Gerät freuen: Per Crowdfunding bringt die US-Firma Gramovox die Vinyl-Scheiben zum Schweben.
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San FranciscoHigh-End-Audiofans wird es das blanke Entsetzen ins Gesicht schreiben, aber Exzentriker lieben ihn bereits: Den vertikalen Plattenspieler von Gramovox. Das Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar (etwa 45.000 Euro) war am Dienstag auf der Finanzierungsplattform Kickstarter in nur drei Stunden erreicht; um acht Uhr Ortszeit San Francisco stand der Zähler schon bei 202.000 Dollar. Das ist mehr als genug, damit die Firma aus Chicago mit der Produktion des „Floating Record“ beginnen kann.

Das Besondere: Die Schallplatte wird aufrecht stehend am Plattenteller fixiert und der Tonarm tastet aufrecht stehend die Rille ab. Laut Hersteller ist er exzellent ausbalanciert, um mit sanftem Druck durch eine Feder die kostbare Scheibe auszulesen. Ähnliches gab es schon einmal, aber da hing der Tonarm von oben herab, um die Hilfe der Schwerkraft zu nutzen.

Der neue Schallplattenspieler reitet auf der Nostalgiewelle, die den Musikmarkt erfasst hat. Die Marktforscher von Nielsen rechnen für 2014 einen Marktanteil der guten alten Vinylscheibe von neun Prozent vor, 2013 waren es noch sechs Prozent aller Musikverkäufe.

Gramovox ist kein Neuling mehr. 2013 bauten die amerikanischen Tüftler ein antiquiertes Horn eines Grammophons in einen Bluetooth-Lautsprecher um und bekamen dafür von Enthusiasten über 240.000 Dollar auf Kickstarter spendiert.

Wer jetzt 349 Dollar spendet, der bekommt den Plattenspieler mit der hölzernen Basis, die Motor und zwei Lautsprecher enthält, voraussichtlich noch vor Weihnachten zugesendet. Ob es der audiophile Hochgenuss wird, bleibt abzuwarten. Aber ein Hingucker ist es auf jeden Fall.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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