Flop von Musik-Downloads
Sony Music muss von CD-Verkäufen leben

Sony Music kann sich nicht wie erhofft über Musikverkäufe auf Download-Basis verlassen. Der Markt im Internet will in Deutschland nicht so recht anlaufen. So bleiben alle Firmen vom rückläufigen CD-Verkauf abhängig.
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DüsseldorfDie Hoffnung auf das schnelle Geschäft mit dem Herunterladen von Musik aus dem Internet erfüllen sich nicht. Die Nutzer sind viel träger als viele Optimisten noch vor Jahren prophezeit haben. Die großen Musikfirmen müssen noch immer vom weiter rückläufigen CD-Geschäft leben. "Rund 80 Prozent des Umsatzes kommen durch CD und DVD", sagte Edgar Berger, Deutschlandchef von Sony Music, dem Handelsblatt.

"Das ist ein deutsches Phänomen", sagt ein Musikinsider. Die Kunden hierzulande würde eben nicht gerne ihre Daten im Internet hinterlassen. In den USA liegt der Online-Anteil nach jüngsten Studien bei rund 50 Prozent.

Die starke Abhängigkeit vom CD-Verkauf bringt Musikunternehmen in die Bredouille. "Die CD-Verkäufe gehen weiter im einstelligen Prozentbereich zurück", sagt Berger. Eine Entspannung im Markt ist nicht in Sicht. "Wir erwarten, dass im gesamten Musikmarkt leider ein weiterer Umsatzrückgang stattfindet", sagt Berger. „Der Markt geht jedes Jahr zwischen drei bis fünf Prozent zurück."

Für das eigene Geschäft ist Sony dennoch zuversichtlich. „Wir erzielen eine zweistellige Umsatzrendite“, sagt der frühere Bertelsmann-Manager Berger. "Unser Geschäftsjahr endet mit diesem Monat. Es ist für uns sehr gut verlaufen. Wir liegen deutlich über Plan." Absolute Zahlen nennt er aber nicht.

Den Konzern ist es nach eigenen Angaben gelungen, einen Großteil der Michael-Jackson-Verkäufe des vergangenen Jahres zu kompensieren. Aber eben nicht alles, daher sei der Marktanteil gegenüber dem außergewöhnlichen Vorjahr in Deutschland leicht zurückgegangen. "Trotzdem erzielen wir das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr", sagt Berger. Die Erlöse von Sony Music in Deutschland liegen nach eigenen Angaben bei rund 400 Millionen Euro.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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