Folge der Wirtschaftskrise
Bloomberg schließt deutschen Sender

Der Medienkonzern Bloomberg spart wegen der Wirtschaftskrise und wird künftig nur noch ein englischsprachiges TV-Programm für die ganze Welt ausstrahlen. Diese neue Strategie teilte den Anbieter von Finanzinformationen in New York mit. Nach Angaben aus Branchenkreisen bedeutet dies das Aus für den deutschen Ableger von Bloomberg TV. Offiziell wollte sich der Konzern dazu nicht äußern.

DÜSSELDORF. Hauptgeschäft von Bloomberg ist ein umfassendes Finanzinformations- und Nachrichtensystem, das vor allem Börsenteilnehmer nutzen. Die Internet- und TV-Aktivitäten hat der US-amerikanische Konzern in einer Multimediasparte gebündelt. In dieser Sparte werde gegenwärtig „mit eisernen Besen gekehrt“, beschreibt ein Bloomberg-Manager die Lage. Bloomberg-Multimedia-Chef Andrew Lack streicht wegen der neuen Strategie nach offiziellen Firmenangaben rund 100 Arbeitsplätze in der Sparte. Lack war vor seinem Wechsel zu Bloomberg Chef des kriselnden Musikkonzerns Sony/BMG.

Der Finanznachrichtenkonzern sendet seit bereits seit Mitte 1998 auf Deutsch. Wolfgang Thaenert, Chef der hessischen Medienanstalt, sagte zum bevorstehenden Ende des deutschen Kanals: „Die Einstellung von Bloomberg wäre ein schwerer Schlag für die Meinungsvielfalt und den Wirtschaftsstandort.“ Der deutsche Kanal gehört zu 80 Prozent Bloomberg und zu 20 Prozent Merrill Lynch.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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